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BlogEinwandbehandlung

Einwandbehandlung „Schicken Sie mir Unterlagen“: Eine Seite statt Broschüre

Johannes KraussGeschäftsführer der KRAUSS GmbH
Veröffentlicht
Aktualisiert
Lesezeit
5 Min. Lesezeit
Inhalt9 Abschnitte
  1. 01Was meint der Kunde mit „Schicken Sie mir Unterlagen“?
  2. 02Wie antworten Sie am Telefon?
  3. 03Was steht auf der Seite?
  4. 04Was tun bei Muster, Preisliste oder Katalog?
  5. 05Wie rechnen Sie den Nutzen eines Versands?
  6. 06Was zeigte ein Fall aus der Praxis?
  7. 07Wann lohnt sich der Versand nicht?
  8. 08Wie bereiten Sie das Gespräch vor?
  9. 09Häufig gestellte Fragen

Kurz gesagt

Auf „Schicken Sie mir Unterlagen“ antworten Sie mit „Gern“ und einer Frage nach dem Anlass, dann schicken Sie eine Seite mit drei Fragen statt einer Broschüre und vereinbaren den Tag, an dem Sie nachfragen. Die Bitte ist oft ein höfliches Nein.

Dieser Beitrag stammt von Februar 2024. Aktuelle Preise und Konditionen von KRAUSS stehen auf der Fakten-Seite und der Preisseite.

Eine Seite mit Frage verwandelt sie in eine Antwort oder in einen Termin. Stand: Oktober 2026.

Was meint der Kunde mit „Schicken Sie mir Unterlagen“?

Der Kunde will das Gespräch meist beenden, ohne Nein zu sagen. Manchmal will er aber wirklich etwas lesen. Der Satz allein verrät nicht, welcher Fall vorliegt. Eine Frage nach dem Anlass trennt die drei häufigsten Fälle.

Tabelle: Drei Bedeutungen von „Schicken Sie mir Unterlagen“ mit Reaktion, Einschätzung der Redaktion, Stand 10/2026

Was meint der Kunde mit „Schicken Sie mir Unterlagen“?
Hinter der BitteWoran Sie es hörenIhr nächster Schritt
Höfliches NeinKein Grund, kein Thema, will auflegenEine Frage, dann Wiedervorlage anbieten
Weiterleitung intern„Ich muss das an den Kollegen geben“Fragen, wer entscheidet, und ihn ins Gespräch holen
Echtes InteresseNennt Thema, Umfang oder einen AnlassSeite mit drei Fragen, Nachfassen vereinbaren

Quelle: Einschätzung der Redaktion, keine Marktstudie. Eine Broschüre löst den Wunsch, das Gespräch zu beenden, aber sie bringt den Kunden nicht weiter. Er liest sie, wenn sie wichtig wird, und dann fehlt Ihnen der Kontext.

Wie antworten Sie am Telefon?

Antworten Sie mit Zustimmung, einer Frage und einem Nachfasstermin. Drei Wortlaute tragen am Telefon.

  1. Anlass erfragen: „Gern. Damit ich das Richtige schicke: Welches Thema soll darin stehen?“ Die Antwort trennt Interesse von Höflichkeit.
  2. Seite statt Broschüre: „Ich schicke Ihnen eine Seite mit den drei Punkten, die für Ihr Team zählen. Darf ich am Donnerstag kurz nachfragen?“
  3. Konkreter Termin: „Dann lassen Sie uns 20 Minuten nächste Woche sprechen, Dienstag um 9 oder Donnerstag um 14 Uhr?“ Zwei Zeitfenster, danach schweigen Sie.

Die dritte Antwort ersetzt den Versand durch einen Termin. Sie passt, wenn der Kunde ein Thema nennt. Weitere Wortlaute stehen in den Leitfäden Unterlagen schicken und Schicken Sie einen Terminvorschlag.

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Was steht auf der Seite?

Die Seite hat eine Überschrift, drei Fragen und einen Satz mit Ihrem Vorschlag. Sie passt in einen E-Mail-Text und der Kunde liest sie in zwei Minuten.

  1. Wie gewinnen Sie heute Termine? Zeigt den Ist-Zustand.
  2. Wie viele Gespräche führen Sie im Monat? Liefert die Zahl für die Rechnung.
  3. Wer entscheidet über Änderungen? Klärt die Entscheidungsstruktur.

Für einen Hersteller von Verpackungslösungen oder Konsumgütern passen Sie die Fragen an die Branche an, zum Beispiel: „Wie viele Händler betreuen Sie aktiv?“ Eine Preisliste allein schicken Sie nicht. Ohne Umfang vergleicht der Kunde Äpfel mit Birnen. Fragen Sie vorher nach der Menge, die er vergleichen will.

Was tun bei Muster, Preisliste oder Katalog?

Wünscht der Kunde ein Muster, eine Preisliste oder einen Katalog, gilt dieselbe Regel: erst der Anlass, dann der Versand. Bei einem Hersteller von Konsumgütern ist ein Muster oft berechtigt, weil der Einkauf es testen muss. Fragen Sie dann, wer das Muster prüft, nach welchem Maßstab und bis wann die Entscheidung fällt. Ein Muster ohne Prüfer und ohne Frist liegt im Regal.

Bei einer Preisliste fragen Sie nach dem Umfang, den der Kunde vergleicht, und schicken die Seite mit Umfang, nicht die Liste allein. Beim Katalog fragen Sie, welche Produktgruppe zählt, und schicken nur diese. Jeder Versand endet mit demselben Satz: „Darf ich am Donnerstag kurz nachfragen?“ Den Leitfaden zur Musterbitte finden Sie unter Schicken Sie uns erst ein Muster.

Wie rechnen Sie den Nutzen eines Versands?

Der Versand kostet Zeit, und diese Zeit fehlt am Telefon. Die Rechnung vergleicht den Aufwand eines Versands mit dem Aufwand eines Gesprächs, das daraus entsteht. Die Minutenangaben sind Annahmen, die Quote kommt aus Ihrer eigenen Auswertung.

Tabelle: Aufwand je Gespräch aus Versand, Annahmen der Redaktion, Stand 10/2026

Wie rechnen Sie den Nutzen eines Versands?
ZeileWertQuelle
Versand je Seite (Mail, Anhang, Text)4 MinutenAnnahme, eigene Messung prüfen
Nachfassen je Seite3 MinutenAnnahme, eigene Messung prüfen
Aufwand je Versand7 MinutenRechnung: 4 + 3
Versände, die zu einem Gespräch führen1 von 5Team, Auswertung über vier Wochen
Aufwand je Gespräch aus Versand35 MinutenRechnung: 7 × 5

Quelle: eigene Auswertung des Teams, die Minutenangaben sind Annahmen. Ein Versand lohnt sich nur, wenn die Quote Ihres Teams die Rechnung bestätigt. Wer stattdessen einen Termin anbietet, spart die 35 Minuten und bekommt das Gespräch direkt.

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Was zeigte ein Fall aus der Praxis?

In einem Projekt für einen Hersteller von Kühlmöbeln für den Lebensmittelhandel führte das Team im Sommer 49 Gespräche mit Filialleitungen und Einkäufern. In 14 Gesprächen wurde eine Unterlage gewünscht. Das Team schickte in 9 Fällen eine Seite mit Fragen und in 5 Fällen die Standardbroschüre. Von den 9 Seiten führten 3 zu einem Gespräch, von den 5 Broschüren eine.

Das Team hatte vorher immer die Broschüre geschickt, und die Rückmeldungen blieben aus. Die Seite erzeugte mehr Antworten, weil der Kunde eine Zahl oder einen Namen nennen konnte. Ein zweites Projekt, ein Anbieter von Verpackungslösungen, ersetzte den Versand ganz: Von 40 Gesprächen mit Interesse führten 9 zu einem Termin, wenn das Team zwei Zeitfenster vorschlug, davor waren es 3 von 40 mit der Frage nach Unterlagen. Die Zahlen stammen aus Praxisbeispielen, nicht aus einer Erhebung.

Wann lohnt sich der Versand nicht?

Der Versand lohnt sich nicht, wenn der Kunde keinen Bedarf nennt und nur Material will. Dann verschwinden die Unterlagen ohne Wirkung. Fragen Sie vorher nach dem Anlass und schicken Sie nichts ohne Antwort.

Er lohnt sich auch nicht, wenn der Kunde die Unterlagen nur verlangt, um Sie nicht wieder zu hören. Dann hilft die Nachfrage nach einem konkreten Termin mehr als jede Seite. Halten Sie den Kontakt fest und fragen Sie in einem Quartal erneut.

Auch rechtlich hat der Versand Grenzen: Eine E-Mail an einen Interessenten setzt eine Einwilligung oder einen zulässigen Anlass nach § 7 UWG voraus (Stand 10/2026, keine Rechtsberatung). Sichern Sie die Zustimmung im Gespräch und halten Sie sie fest. Die Einordnung steht auf der Seite Kaltakquise und Recht.

Wie bereiten Sie das Gespräch vor?

  • Anlass: Die Frage „Welches Thema soll darin stehen?“ steht vor Ihnen.
  • Seite: Eine Seite mit drei Fragen liegt als Vorlage bereit.
  • Terminsatz: Der Vorschlag mit zwei Zeitfenstern ist formuliert.
  • Einwilligung: Die Zustimmung zum Versand ist im Gespräch eingeholt und notiert.
  • Nachfassen: Der Tag steht im Kalender, in der Regel zwei Werktage nach dem Versand.

Die Vorbereitung auf das Telefonat beschreibt die Checkliste zur Telefonakquise. Das Prinzip erklärt das Glossar unter Einwandbehandlung. Wie ein Anrufer aus der Bitte einen Termin macht, zeigt die Seite zur Terminvereinbarung per Telefonakquise. Ein Gespräch über Ihre Telefonebene vereinbaren Sie unter Termin buchen.

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Häufig gestellte Fragen

Soll ich Unterlagen schicken, wenn der Kunde danach fragt?

Ja, aber nur eine Seite mit drei Fragen und einem Terminvorschlag, und erst nach der Frage nach dem Anlass. Eine Broschüre ohne Anlass landet ungelesen im Postfach. Vereinbaren Sie im selben Gespräch, wann Sie nachfragen.

Wie formuliere ich die Antwort, ohne zu drängen?

Sagen Sie: „Gern. Ich schicke Ihnen eine Seite mit den drei Punkten, die für Ihr Team wichtig sind. Darf ich am Donnerstag kurz nachfragen?“ Die Frage nach dem Nachfassen macht den Versand verbindlich, ohne Druck aufzubauen.

Welche Fragen gehören auf die Seite?

Drei Fragen: Wie gewinnen Sie heute Termine, wie viele Gespräche führen Sie im Monat und wer entscheidet über Änderungen. Die Antworten zeigen dem Kunden, dass Sie seinen Ablauf kennen, und liefern Ihnen die Zahl für eine Rechnung.

Wie lange warte ich nach dem Versand?

Fragen Sie nach zwei Werktagen nach. Reagiert der Kunde nicht, folgt eine kurze Nachricht mit einem Terminvorschlag. Mehr als zwei Nachfassaktionen wirken drängend und kosten Vertrauen.

Darf ich die Unterlage per E-Mail schicken?

Nur mit Einwilligung des Kunden oder bei einem Anlass, den § 7 UWG erlaubt. Den Wortlaut finden Sie auf gesetze-im-internet.de. Sichern Sie die Zustimmung im Gespräch und halten Sie sie fest. Dies ist keine Rechtsberatung.

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