Inhalt9 Abschnitte
- 01Was meint der Kunde mit „Haben wir schon“?
- 02Welche drei Fragen klären die Lage?
- 03Wie antworten Sie am Telefon?
- 04Wie rechnen Sie den Nutzen vor?
- 05Was zeigten zwei Fälle aus der Praxis?
- 06Wie setzen Sie die Wiedervorlage?
- 07Wann lohnt sich die Nachfrage nicht?
- 08Wie bereiten Sie das Gespräch vor?
- 09Häufig gestellte Fragen
Kurz gesagt
„Haben wir schon“, „Wir haben schon einen Lieferanten“ und „Ich bin zufrieden“ meinen im B2B dieselbe Lage: Der Kunde hat eine Lösung und spürt keinen Druck, sie zu ändern. Widersprechen Sie nicht.
Dieser Beitrag stammt von Februar 2024. Aktuelle Preise und Konditionen von KRAUSS stehen auf der Fakten-Seite und der Preisseite.
Klären Sie mit drei Fragen, wann der Vertrag endet, welchen Umfang der Anbieter wirklich hat und was im nächsten Jahr ansteht. Daraus entsteht ein Termin, ein Zweitangebot oder eine Wiedervorlage mit Datum. Stand: Oktober 2026.
Was meint der Kunde mit „Haben wir schon“?
Der Kunde meint meist: „Ich habe keinen Grund, mit Ihnen zu sprechen.“ Der Satz sagt wenig über die Lage im Haus. Im B2B steckt dahinter einer von vier Fällen, und jeder verlangt einen anderen nächsten Schritt.
Tabelle: Vier Bedeutungen von „Haben wir schon“ und „Ich bin zufrieden“, Einschätzung der Redaktion, Stand 10/2026
| Hinter dem Satz | Woran Sie es hören | Ihr nächster Schritt |
|---|---|---|
| Wirklich zufrieden | Konkrete Zahlen, ruhige Stimme, kennt den Anbieter gut | Wiedervorlage zum Vertragsende |
| Bequem | „Läuft schon“, keine Details, ein Wechsel macht Arbeit | Frage nach dem letzten Ärger oder Preissprung |
| Teilweise vergeben | „Das macht unser Haupt- und Nebenlieferant“ | Frage nach dem Umfang, Zweitangebot prüfen |
| Abwehr | Kurze Antwort, will auflegen | Eine Frage, dann Rückruf anbieten |
Quelle: Einschätzung der Redaktion, keine Marktstudie. Verträge haben Laufzeiten und Verlängerungsdaten, auch wenn der Satz nach einer abgeschlossenen Entscheidung klingt. Wer nach dem Datum fragt, erfährt, wann der Kunde wieder offen ist. Das ist wertvoller als jedes Argument über die eigene Leistung.
Welche drei Fragen klären die Lage?
Drei Fragen klären die Lage, ohne den bisherigen Anbieter schlechtzureden. Stellen Sie sie in dieser Reihenfolge und lassen Sie nach jeder Antwort eine Pause.
- Laufzeit: „Bis wann läuft die Vereinbarung mit Ihrem jetzigen Anbieter, und wann müssten Sie kündigen?“
- Umfang: „Vergeben Sie den ganzen Bedarf an diesen Anbieter oder einen Teil, etwa für einen Standort?“
- Reibungspunkt: „Welche Aufgabe läuft aus Ihrer Sicht am wenigsten rund, oder was würden Sie als Erstes ändern?“
Die dritte Frage liefert den Ansatzpunkt für ein Zweitangebot. Ohne Reibungspunkt bleibt der Wechsel eine Preisfrage, und die verlieren Sie meist gegen den Anbieter, der schon im Haus ist. Bei einem zufriedenen Kunden formulieren Sie die dritte Frage als Ausblick: „Was steht bei Ihnen im nächsten Jahr an, das Ihren Bedarf verändert?“ Dann fragen Sie, wann darüber entschieden wird.
Termine mit Kaufinteresse
Ihr Kalender voll mit Verkaufsterminen.
Wir übernehmen die Erstansprache, Ihr Vertrieb führt die Abschlussgespräche.
- Bei Ihnen bestätigt
- Beim Kunden bestätigt[2]
Wie antworten Sie am Telefon?
Am Telefon tragen drei Antworten, weil sie mit einer Frage enden und nichts behaupten.
- Anerkennen und messen: „Das ist gut zu hören. Woran machen Sie fest, dass es bei Ihnen läuft: Liefertreue, Preis, Reaktionszeit?“ Die Antwort nennt Ihnen den Maßstab des Kunden.
- Zweiten Weg ansprechen: „Viele Betriebe bleiben bei ihrem Hauptanbieter und halten für Engpässe einen zweiten Weg bereit. Wie ist das bei Ihnen geregelt?“ Das verkauft keinen Wechsel, es öffnet ein Gespräch über Ausfallrisiko.
- Kurzen Vergleich anbieten: „Sie müssen nichts wechseln. 15 Minuten, damit Sie sehen, wie Ihr Angebot im Vergleich steht.“ Der Termin dient dem Vergleich, nicht dem Verkauf.
Wer nach der Antwort ein Argument nachschiebt, überschreibt die Information, die der Kunde gerade gegeben hat. Weitere Wortlaute stehen in den Leitfäden Wir haben schon einen Lieferanten, Kenne ich schon und Der Vertrag läuft noch. Die Karte zum Mitnehmen ist die Einwandkarte.
Wie rechnen Sie den Nutzen vor?
Zwei Rechnungen helfen, je nachdem, ob der Kunde einen Reibungspunkt nennt oder nicht. Die Werte des Kunden sind Angaben am Telefon, alles andere sind Annahmen, die er korrigieren darf.
Tabelle: Rechnung 1, Ausfallrisiko und Testauftrag, Annahmen der Redaktion, Stand 10/2026
| Zeile | Wert | Quelle |
|---|---|---|
| Ausfallzeit im Quartal, bisher | 2 Tage | Kunde, Angabe am Telefon |
| Kosten je Ausfalltag | 1.800 € | Annahme, vom Kunden zu bestätigen |
| Kosten je Quartal | 3.600 € | Rechnung: 2 × 1.800 € |
| Anteil Testauftrag am Bedarf | 10 % | Vorschlag, frei wählbar |
Der Testauftrag verhindert den Ausfall nicht vollständig, er verringert die Abhängigkeit. Sagen Sie das offen.
Tabelle: Rechnung 2, Preisanpassung beim zufriedenen Kunden, Annahmen der Redaktion, Stand 10/2026
| Zeile | Wert | Quelle |
|---|---|---|
| Jährlicher Vertragswert | 60.000 € | Kunde, Angabe am Telefon |
| Preisanpassung je Jahr, angenommen | 3 % | Annahme, vom Kunden zu prüfen |
| Mehrkosten je Jahr | 1.800 € | Rechnung: 60.000 € × 3 % |
| Aufwand für Prüfung und Gespräch | 2 Stunden | Annahme, eigene Messung prüfen |
| Kosten der Prüfung bei 80 € je Stunde | 160 € | Rechnung: 2 × 80 € |
Quelle beider Tabellen: eigene Rechnung mit Angaben des Kunden. Die Prüfung lohnt sich für den Kunden, wenn die Mehrkosten die Kosten der Prüfung deutlich übersteigen. Hier stehen 1.800 € gegen 160 €.
Was zeigten zwei Fälle aus der Praxis?
In einem Projekt für einen Hersteller von Dichtungstechnik sagten 14 von 40 erreichten Einkäufern „Wir sind zufrieden“. Mit der ersten Fassung („Wir bieten bessere Preise“) kam kein Termin zustande. Nach der Umstellung auf die Frage „Woran messen Sie, dass es läuft?“ nannten 9 der nächsten 14 Einkäufer von sich aus einen Schwachpunkt, meist Lieferzeiten über sechs Wochen bei Sonderteilen. Daraus entstanden 4 Termine, also 29 Prozent der Gespräche mit dem Einwand.
In einem Projekt für einen Hersteller von Etiketten für die Lebensmittelindustrie führte das Team im Herbst 52 Gespräche mit Einkaufsleitern. Der Einwand kam in 17 Gesprächen. In 11 davon nannte der Einkäufer die Laufzeit, in 5 Fällen lag das Ende innerhalb von zwölf Monaten. Vier Gespräche endeten mit einem Testauftrag, zwei davon wurden zu regelmäßigen Aufträgen. Das Team hatte vorher den bestehenden Anbieter kritisiert, und der Einkauf hatte ihn verteidigt. Nach der Umstellung auf die Laufzeitfrage verlor das Gespräch an Schärfe. Alle Zahlen stammen aus Praxisbeispielen, nicht aus einer Erhebung.
Termine mit Kaufinteresse
Ihr Kalender voll mit Verkaufsterminen.
Wir übernehmen die Erstansprache, Ihr Vertrieb führt die Abschlussgespräche.
- Bei Ihnen bestätigt
- Beim Kunden bestätigt[2]
Wie setzen Sie die Wiedervorlage?
Die Wiedervorlage entscheidet bei diesem Einwand mehr als jede Antwort, denn der Kunde ist erst zum Vertragsende offen. Tragen Sie drei Angaben in den Gesprächsbericht ein: den Monat der nächsten Planung, den Namen des Zuständigen und das Thema, das dann ansteht. Rufen Sie drei bis sechs Monate vorher an und beginnen Sie mit dem Thema, nicht mit Ihrem Angebot: „Sie sagten, im Frühjahr steht die Neuausschreibung an. Wie weit sind Sie?“ So beginnt der nächste Anruf nicht bei null, und der Kunde erlebt Sie als verlässlich.
Wann lohnt sich die Nachfrage nicht?
Die Nachfrage lohnt sich nicht, wenn der Kunde den Anbieter gerade bindend verlängert hat oder in den nächsten zwölf Monaten keine Planung hat. Dann drängt jeder Vorschlag auf einen Bruch der Vereinbarung, und der Einkauf verliert Vertrauen. Notieren Sie das Vertragsende und melden Sie sich vorher.
Ein Zweitangebot ist auch dann die falsche Wahl, wenn der Anbieter exakt liefert und der Kunde keine Lücke nennt. Fragen Sie in diesem Fall nur nach dem Verlängerungstermin. Besteht ein Rahmenvertrag, den Ihr Gesprächspartner nicht ändern kann, fragen Sie nach der Stelle, die ihn verhandelt. Der Aufwand pro Nachfrage ist klein, aber bei 40 Einwänden im Monat kosten zwei Minuten je Antwort 80 Minuten. Er lohnt sich, wenn dadurch ein Termin entsteht.
Wie bereiten Sie das Gespräch vor?
- Drei Fragen: Laufzeit, Umfang und Reibungspunkt sind formuliert.
- Maßstab: Sie notieren, woran der Kunde Zufriedenheit festmacht.
- Vergleichssatz: Ein Satz für den 15-Minuten-Termin ohne Wechselzwang steht bereit.
- Wiedervorlage: Vertragsende, Ansprechpartner und Thema stehen im Gesprächsbericht, in der Regel drei bis sechs Monate vorher.
- Kein Angriff: Das Team schlägt den bestehenden Anbieter nie schlecht.
Wie Sie Bestandskunden und Wechselwillige ansprechen, zeigen die Leitfäden Bestandskunden reaktivieren und Lieferantenwechsel auslösen. Die Wiedervorlage beschreibt der Leitfaden Follow-up im Vertrieb. Das Prinzip erklärt das Glossar unter Einwandbehandlung. Wie die Terminvereinbarung bei Kunden mit festem Anbieter läuft, zeigt die Seite zur Terminvereinbarung per Telefonakquise. Ein Gespräch über Ihre Telefonebene vereinbaren Sie unter Termin buchen.
Termine mit Kaufinteresse
Ihr Kalender voll mit Verkaufsterminen.
Wir übernehmen die Erstansprache, Ihr Vertrieb führt die Abschlussgespräche.
- Bei Ihnen bestätigt
- Beim Kunden bestätigt[2]
Häufig gestellte Fragen
Ist „Haben wir schon“ ein Nein?
Nein. Der Satz sagt, dass eine Entscheidung getroffen wurde, nicht, dass sie endgültig ist. Fragen Sie nach Laufzeit, Umfang und dem Punkt, der am wenigsten rund läuft. Die Antworten zeigen, ob ein Zeitfenster entsteht.
Wie finde ich die Laufzeit des bestehenden Vertrags heraus?
Fragen Sie direkt, wann die Vereinbarung endet und welche Kündigungsfrist gilt. Viele Einkäufer kennen das Datum. Wer es nicht kennt, nennt meist das Jahr, in dem die Verlängerung ansteht. Notieren Sie es als Wiedervorlage.
Soll ich einen Zweitlieferanten vorschlagen?
Ja, wenn der Kunde mehr als einen Anbieter nutzt oder Ausfallrisiken abdecken will. Bieten Sie einen begrenzten Anteil an, etwa einen Standort oder eine Produktgruppe. Ein kompletter Wechsel ist selten der erste Schritt.
Wie antworte ich auf „Ich bin zufrieden“?
Erkennen Sie die Zufriedenheit an und fragen Sie nach einem Thema, das im nächsten Jahr ansteht, zum Beispiel einer Preisanpassung, einem neuen Standort oder einem Personalwechsel. Der Kunde muss dann nicht seinen Anbieter kritisieren, sondern beschreibt eine Planung.
Wann höre ich auf nachzufragen?
Wenn der Kunde den Satz wiederholt und Laufzeit, Umfang und Planung abblockt. Bedanken Sie sich, setzen Sie eine Wiedervorlage in sechs Monaten und rufen Sie vorher nicht erneut an. Mehr Druck erzeugt nur das nächste Nein.
Frag deine KI zu KRAUSS
Lieber selbst prüfen? Stellen Sie die Frage Ihrer KI.
Prompt ansehen und anpassen
Der Prompt geht an den Anbieter, den Sie wählen. Antworten einer KI können Fehler enthalten: Prüfen Sie Zahlen auf der Fakten-Seite.








