Inhalt10 Abschnitte
- 01Wie reagieren Sie auf „Das Angebot ist zu teuer“?
- 02Was steckt hinter „zu teuer“?
- 03Wie legen Sie Angebote nach Leistungseinheit nebeneinander?
- 04Wie rechnen Sie die Gesamtkosten im Gespräch?
- 05Was kostet ein Rabatt wirklich?
- 06Welche Alternativen bieten Sie statt eines Rabatts an?
- 07Was zeigten zwei Preisgespräche in der Praxis?
- 08Wann halten Sie den Preis, und wann trägt die Methode nicht?
- 09Wie bereiten Sie das Preisgespräch vor?
- 10Häufig gestellte Fragen
Dieser Beitrag stammt von März 2024. Aktuelle Preise und Konditionen von KRAUSS stehen auf der Fakten-Seite und der Preisseite.
Auf „zu teuer“ antworten Sie zuerst mit einer Frage, nicht mit einem Rabatt: „Womit vergleichen Sie?“ Der Einwand meint oft einen anderen Leistungsumfang, ein fehlendes Budget oder einen unklaren Nutzen. Wer sofort Rabatt anbietet, nimmt dem Gespräch die Chance, das zu klären, und lehrt den Kunden, dass der erste Preis verhandelbar war. Stand: Oktober 2026.
Wie reagieren Sie auf „Das Angebot ist zu teuer“?
Sie reagieren in vier Schritten: nachfragen, isolieren, Wert rechnen, Umfang statt Preis ändern. Die Reihenfolge ist fest, die Formulierungen passen Sie an.
- Nachfragen: „Womit vergleichen Sie unser Angebot: mit einem anderen Anbieter, mit einem Budget oder mit dem, was es Sie heute kostet?“ Sie erfahren Vergleichsangebot, Budget oder Bedenken.
- Isolieren: „Wenn der Preis passen würde, wäre sonst alles in Ordnung?“ Kommt ein Nein, steckt dahinter ein anderer Einwand.
- Wert rechnen: Stellen Sie dem Preis den Nutzen in Euro gegenüber, mit den Zahlen des Kunden, etwa eingesparte Stunden oder zusätzlicher Umsatz.
- Umfang ändern: Streichen Sie Leistung, bevor Sie den Preis senken. So bleibt der Preis je Einheit stabil.
Die Technik Bumerang und Humor als Entkräftung lassen wir im Preisgespräch weg: Beides kippt schnell in Spott. Besser tragen die Rückfrage und der Rahmen aus der Zahl des Kunden. Weitere Formulierungen bietet der Leitfaden Einwandbehandlung am Telefon und der Einwand-Spickzettel.
Was steckt hinter „zu teuer“?
Hinter „zu teuer“ steckt meist einer von fünf Gründen, und die Antwort folgt dem Grund. Der Satz beschreibt selten den Preis allein.
Tabelle: Gründe hinter dem Einwand „zu teuer“ und passende Antworten, Einschätzung der Redaktion, Stand 10/2026
| Grund | Erkennen Sie daran | Antwort |
|---|---|---|
| Vergleichsangebot | Der Kunde nennt einen anderen Anbieter | Angebote nach Leistungseinheit nebeneinanderlegen |
| Budget fehlt | Er nennt keinen Vergleich, sondern einen Rahmen | Kleineres Paket oder Wiedervorlage zum Planungsmonat |
| Nutzen unklar | Er fragt nach dem Rabatt vor dem Nutzen | Gesamtkosten gemeinsam aufschreiben |
| Verhandlungstaktik | Der Satz kommt ohne Rückfrage und ohne Zahl | Preis halten, Gegenleistung verlangen |
| Satz vor dem Preis | Er fällt, bevor Sie eine Zahl genannt haben | Nach dem Entscheidungsweg fragen |
Quelle: Einschätzung der Redaktion aus Gesprächsmustern, keine Marktstudie. Wie der Preis im Erstgespräch überhaupt zur Sprache kommt, beschreibt der Leitfaden Preis nennen im Erstgespräch. Verlangt der Kunde den Preis, bevor er den Nutzen kennt, hilft der Leitfaden Nennen Sie mir erst den Preis.
Termine mit Kaufinteresse
Ihr Kalender voll mit Verkaufsterminen.
Wir übernehmen die Erstansprache, Ihr Vertrieb führt die Abschlussgespräche.
- Bei Ihnen bestätigt
- Beim Kunden bestätigt[2]
Wie legen Sie Angebote nach Leistungseinheit nebeneinander?
Sie rechnen beide Angebote auf eine gemeinsame Einheit um, die der Kunde bestätigt, etwa den Preis je Vorgang oder je Monat. Ohne gemeinsame Einheit vergleicht der Kunde zwei Zahlen und wählt die kleinere. Fragen Sie: „Wie viele Vorgänge hat Ihr Team im Monat, und welche Leistungen sind im anderen Angebot enthalten?“ Zeigen Sie danach die Unterschiede, ohne den Wettbewerber schlechtzumachen.
Tabelle: Vergleich zweier Angebote nach Vorgang, Annahmen der Redaktion, Stand 10/2026
| Zeile | Angebot A | Angebot B |
|---|---|---|
| Preis je Monat | 2.400 Euro | 1.900 Euro |
| Vorgänge je Monat | 40 | 40 |
| Preis je Vorgang | 60,00 Euro | 47,50 Euro |
| Enthaltene Nacharbeit | bis zu 5 Vorgänge | keine |
| Kosten je Vorgang bei 2 Nacharbeiten zu je 35 Euro | 60,00 Euro | 47,50 Euro plus 70 Euro, also 117,50 Euro |
Quelle: Eigene Rechnung der Redaktion. Die Nacharbeit von 35 Euro je Vorgang ist eine Annahme, die der Kunde bestätigen oder ändern muss. Bei identischer Leistung ist der günstigere Anbieter die richtige Wahl, und das sagen Sie ehrlich. Mehr Argumente für diesen Fall liefert der Leitfaden Die Konkurrenz ist günstiger.
Wie rechnen Sie die Gesamtkosten im Gespräch?
Sie rechnen vier Zeilen auf: Vertragspreis, Kosten des Problems im Monat, Kosten des Problems im Jahr und Differenz. Die Zahl des Problems nennt der Kunde, nicht Sie. Sagen Sie „Lassen Sie uns das gemeinsam prüfen“, nicht „Das rechnet sich für Sie“.
Tabelle: Gesamtkostenrechnung im Preisgespräch, Beispielwerte der Redaktion, Stand 10/2026
| Zeile | Wert | Quelle |
|---|---|---|
| Vertragspreis je Jahr (Beispielangebot) | 14.400 Euro netto | Angebot im Beispiel |
| Problemkosten je Monat (Ausfallzeit, Nacharbeit) | 1.900 Euro | Kunde, Angabe am Telefon |
| Problemkosten je Jahr | 22.800 Euro | Rechnung: 1.900 Euro × 12 |
| Differenz je Jahr | 8.400 Euro | Rechnung: 22.800 − 14.400 Euro |
Quelle: Eigene Rechnung mit der Angabe des Kunden. Die Problemkosten nennt der Kunde, er bestätigt jede Zeile. Die Werte sind Beispielwerte und keine Preise von KRAUSS, die Rechnung gehört dem Kunden.
Was kostet ein Rabatt wirklich?
Ein Rabatt trifft den Deckungsbeitrag, nicht den Umsatz. Annahme der Redaktion: Angebot 24.000 Euro, variable Kosten 16.800 Euro, Deckungsbeitrag 30 Prozent (7.200 Euro).
Tabelle: Wirkung eines Rabatts auf den Deckungsbeitrag, alle Werte sind Annahmen, Stand 10/2026
| Rabatt | Preis | Deckungsbeitrag | Mehrmenge für gleichen Gewinn |
|---|---|---|---|
| 5 % | 22.800 Euro | 6.000 Euro | 20 % |
| 10 % | 21.600 Euro | 4.800 Euro | 50 % |
| 15 % | 20.400 Euro | 3.600 Euro | 100 % |
Quelle: Eigene Rechnung der Redaktion. Bei 10 Prozent Nachlass müssen Sie die Hälfte mehr verkaufen, um denselben Gewinn zu halten. Deshalb bieten Sie zuerst Umfang, Laufzeit oder Zahlungsziel an.
Termine mit Kaufinteresse
Ihr Kalender voll mit Verkaufsterminen.
Wir übernehmen die Erstansprache, Ihr Vertrieb führt die Abschlussgespräche.
- Bei Ihnen bestätigt
- Beim Kunden bestätigt[2]
Welche Alternativen bieten Sie statt eines Rabatts an?
Sie bieten ein Tauschgeschäft an, bei dem jede Seite etwas bekommt. Jedes beginnt mit der Rückfrage „Woran messen Sie, dass es zu teuer ist?“
Tabelle: Tauschgeschäfte statt Rabatt, Einordnung der Redaktion, Stand 10/2026
| Wunsch des Kunden | Ihre Alternative | Was Sie verlangen |
|---|---|---|
| Niedrigerer Preis | Kleinerer Umfang oder Einstiegspaket | Entscheidung zum Umfang |
| Niedrigerer Preis | Längere Laufzeit | Feste Zusage über die Laufzeit |
| Niedrigerer Preis | Größere Abnahmemenge | Verbindliche Menge im Jahr |
| Geringere Belastung des Budgets | Zahlung in Raten oder später | Kürzeres Zahlungsziel an anderer Stelle |
| Bessere Konditionen | Referenz oder Fallstudie | Freigabe des Kunden zur Nennung |
Mit den Annahmen oben kostet ein Einstiegspaket mit 85 Prozent Umfang zu 20.400 Euro nur 1.080 Euro Deckungsbeitrag (6.120 statt 7.200 Euro), weil die Kosten mit dem Umfang sinken. Ein Rabatt von 10 Prozent kostet 2.400 Euro und bringt nichts zurück. Eine Laufzeit von 36 Monaten zu 22.000 Euro im Jahr bringt 5.200 Euro Deckungsbeitrag im Jahr, also 15.600 Euro über drei Jahre, und gibt Ihnen Planbarkeit. Setzen Sie Ihre eigene Kalkulation ein.
Was zeigten zwei Preisgespräche in der Praxis?
In einem Projekt für einen Anbieter von Industriesoftware fiel in 20 Telefonaten sechsmal der Satz „zu teuer“. Mit der Rückfrage „Womit vergleichen Sie?“ stellte sich heraus: In vier der sechs Fälle stand daneben ein Angebot mit kleinerem Umfang, in zwei Fällen fehlte das Budget in diesem Jahr. Die vier Gespräche führten zu einem Vergleichsblatt, zwei davon zu einem Termin. Die beiden Budgetfälle gingen mit Datum in die Wiedervorlage.
In einem Projekt für einen Anbieter von Kantinentechnik wollte ein Einkäufer das Angebot „um mindestens 10 Prozent“ drücken. Der Vertriebsleiter fragte, welche Posten er für entbehrlich hielt. Der Einkäufer nannte die Schulung vor Ort und die Wartung im ersten Jahr. Der Anbieter nahm beides in ein getrenntes Angebot, der Gerätepreis blieb stehen. Der Kunde bestellte das Gerät, zwei Monate später die Wartung. Der Auftragswert lag am Ende bei 97 Prozent des Erstangebots. Beide Fälle sind anonymisierte Praxisbeispiele mit gerundeten Zahlen und zeigen nicht, wie oft das in Ihrer Branche gelingt.
Wann halten Sie den Preis, und wann trägt die Methode nicht?
Halten Sie den Preis, wenn der Kunde nur testet, wie weit Sie nachgeben, und wenn Ihr Angebot keinen Vergleich scheuen muss. Jeder Nachlass ohne Gegenleistung lehrt den Kunden, dass der erste Preis nicht galt.
- Der Kunde entscheidet nur über den Preis: Ist ein Wettbewerber bei gleichem Umfang deutlich günstiger, hilft keine Rechnung. Fragen Sie, was der Kunde an einem günstigeren Angebot mit weniger Leistung akzeptieren würde.
- Das Budget fehlt: Dann hilft ein kleineres Paket mehr als Druck, oder Sie fragen nach dem Haushaltszeitraum statt nach dem Nachlass.
- Ein Zugeständnis bricht Ihren Preis bei anderen Kunden: Sagen Sie nein mit einem Angebot: „Zu diesem Preis kann ich das nicht liefern. Wenn Sie den Umfang auf X reduzieren, kann ich Y anbieten.“
- Ihre Marge fällt unter die Untergrenze: Ein Auftrag mit negativem Ertrag schadet mehr als ein verlorener.
Wer an der Zielgruppe scheitert, weil nur Preisjäger anrufen, hat ein Zielgruppenproblem und kein Einwandproblem. Wie Termine überhaupt bei Entscheidern landen, zeigt die Seite Telefonakquise.
Termine mit Kaufinteresse
Ihr Kalender voll mit Verkaufsterminen.
Wir übernehmen die Erstansprache, Ihr Vertrieb führt die Abschlussgespräche.
- Bei Ihnen bestätigt
- Beim Kunden bestätigt[2]
Wie bereiten Sie das Preisgespräch vor?
Sie bereiten es mit einer Untergrenze, drei Tauschangeboten und den Fragen des Kunden vor, bevor das Gespräch beginnt.
- Preisuntergrenze mit Deckungsbeitrag festgelegt
- Drei Alternativen mit Gegenleistung formuliert
- Rückfrage „Womit vergleichen Sie?“ und drei Fragen zu den Problemkosten bereit
- Jede Annahme in der Rechnung als Annahme markiert
- Preis, Laufzeit und Kündigungsfrist auf einer Seite
- Wer im Haus des Kunden entscheidet, geklärt
- Angebot schriftlich mit Frist nachgefasst, siehe Angebot nachfassen
Die Einwandkette im Ganzen vertieft der Leitfaden zum Einwand zu teuer, die Verhandlung der Leitfaden Preisverhandlung im B2B. Das Raster für die häufigsten Einwände gibt die Checkliste Einwandkarte, Begriffe erklärt das Glossar unter Einwandbehandlung. Alle Methoden im Überblick ordnet der Beitrag Kundeneinwände behandeln. Die Rolle des Käufers beleuchtet der Beitrag Preisverhandlung über den Preis. Die Antworten üben Sie im Vertriebstraining. Wenn Sie die Erstgespräche nicht selbst führen, beschreibt die Seite Terminvereinbarung per Telefonakquise, wie KRAUSS die Telefonebene übernimmt, und ein Gespräch vereinbaren Sie unter Termin buchen.
Häufig gestellte Fragen
Welche Formulierungen eignen sich für Preisgespräche?
„Womit vergleichen Sie?“, „Was müsste passieren, damit der Preis passt?“ und „Welcher Teil des Angebots ist Ihnen am wichtigsten?“ Alle drei fragen, statt zu verteidigen, und bringen eine Zahl oder einen Vergleich des Kunden ins Gespräch.
Können Sie Beispiele für Antworten auf Preis-Einwände geben?
Ja: „Verstehe ich. Lassen Sie uns den Umfang ansehen: Wenn wir Position B streichen, liegt das Angebot bei 18.000 Euro.“ Wer den Umfang statt des Preises ändert, bleibt glaubwürdig und hält den Preis je Einheit stabil.
Wann soll ich einen Rabatt geben?
Nur gegen Gegenleistung: größere Menge, kürzeres Zahlungsziel, längere Laufzeit oder eine Referenz. Ohne Gegenleistung zahlt Ihr Deckungsbeitrag den Rabatt, und bei 10 Prozent Nachlass müssen Sie im Beispiel die Hälfte mehr verkaufen, um denselben Gewinn zu halten.
Was tue ich, wenn der Kunde ein günstigeres Angebot vorlegt?
Bitten Sie um das Angebot und legen Sie beide nach Leistungseinheit nebeneinander: Umfang, Laufzeit, Kündigungsfrist und Nacharbeit. Oft fehlt im günstigeren Angebot ein Teil. Stimmt der Umfang überein, entscheidet der Preis, und das sagen Sie ehrlich.
Woran erkenne ich, dass „zu teuer“ ein Vorwand ist?
Der Kunde nennt keinen Vergleichspreis, will keinen Termin für eine Rechnung und sagt den Satz, bevor Sie den Preis genannt haben. Prüfen Sie mit der Frage „Wenn der Preis passen würde, wäre sonst alles in Ordnung?“, ob ein anderer Einwand dahintersteht.
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