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Preiserhöhung Musterschreiben 2026: Vorlagen und Tipps

Johannes KraussGeschäftsführer der KRAUSS GmbH
Veröffentlicht
Aktualisiert
Lesezeit
4 Min. Lesezeit
Inhalt7 Abschnitte
  1. 01Wie sieht ein Musterschreiben für eine Preiserhöhung aus?
  2. 02Wie viel Vorlauf braucht eine Preiserhöhung?
  3. 03Wie viel Marge bringt eine Preiserhöhung, wie viel Umsatz darf ich verlieren?
  4. 04Was zeigt ein Beispiel aus der Praxis?
  5. 05Wann nicht: Wann halten Sie den Preis besser?
  6. 06Checkliste vor dem Versand
  7. 07Häufig gestellte Fragen

Kurz gesagt

Ein Schreiben zur Preiserhöhung braucht fünf Angaben: den neuen Preis, das Datum, den Grund mit einer Zahl, den Nutzen für den Kunden und einen Ansprechpartner für Rückfragen. Alles andere kürzt die Wirkung.

Dieser Beitrag stammt von Februar 2024. Aktuelle Preise und Konditionen von KRAUSS stehen auf der Fakten-Seite und der Preisseite.

Stand: Oktober 2026, keine Rechtsberatung.

Wie sieht ein Musterschreiben für eine Preiserhöhung aus?

Das Muster gilt für Bestandskunden im B2B, die Sie persönlich kennen. Ersetzen Sie die Platzhalter in eckigen Klammern und senden Sie es mit mindestens 6 Wochen Vorlauf.

Betreff: Preisanpassung zum [Datum]: Ihre neuen Konditionen

Guten Tag [Frau/Herr Nachname],

zum [Datum] erhöhen wir unsere Preise für [Produkt/Leistung] um durchschnittlich [x] %.
Der Grund: [Kostenart] stieg bei uns seit [Monat/Jahr] um [y] %. Das fangen wir
seit [Zeitraum] auf. Ab jetzt reicht das nicht mehr.

Für Sie bedeutet das: [Beispielartikel] kostet künftig [neu] statt [alt] Euro.
Bestellungen bis [Datum] erhalten Sie noch zum alten Preis.

Gleichzeitig [Nutzen: zum Beispiel Lieferzeit, Service, Sortiment].
Wenn Sie vorher sprechen möchten: [Name, Durchwahl]. Ich rufe Sie auch gern an.

Mit freundlichen Grüßen
[Name, Funktion]

Der Satz mit dem alten Preis bis zu einem Stichtag gibt dem Kunden einen Grund, jetzt zu bestellen, und er verteilt die Erhöhung über zwei Monate.

Wie viel Vorlauf braucht eine Preiserhöhung?

Planen Sie 6 bis 8 Wochen für Kunden mit Rahmenvertrag oder Jahrespreis und mindestens 4 Wochen für Laufkunden. Der Vertrag oder Ihre AGB geben die Frist vor: Prüfen Sie dort zuerst, ob und wann Sie Preise einseitig anpassen dürfen. Das klären Sie mit einem Anwalt, die Redaktion gibt keine Rechtsauskunft.

Termine mit Kaufinteresse

Ihr Kalender voll mit Verkaufsterminen.

Wir übernehmen die Erstansprache, Ihr Vertrieb führt die Abschlussgespräche.

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Wie viel Marge bringt eine Preiserhöhung, wie viel Umsatz darf ich verlieren?

Rechnen Sie das vor dem Schreiben. Beispiel: Ein Händler hat 2 Mio. Euro Umsatz bei 22 % Rohertrag und erhöht um 4 %. Alle Werte sind Annahmen.

Wie viel Marge bringt eine Preiserhöhung, wie viel Umsatz darf ich verlieren?
GrößeRechenwegErgebnis
Rohertrag heute2.000.000 x 22 %440.000 Euro
Umsatz nach Erhöhung (ohne Verlust)2.000.000 x 1,042.080.000 Euro
Rohertrag danach (Wareneinsatz bleibt)2.080.000 minus 1.560.000520.000 Euro
Mehrertrag520.000 minus 440.00080.000 Euro
Kritischer Absatzverlust4 / (22 + 4)15,4 %

Tabelle: Break-even einer Preiserhöhung um 4 % bei 22 % Rohertrag, alle Werte sind Annahmen, Stand 10/2026

Erst wenn mehr als 15 % der Menge wegbrechen, steht der Händler schlechter da als vorher. Bei 8 % Verlust bleiben rund 40.000 Euro mehr Ertrag. Setzen Sie Ihre Marge ein, je niedriger sie ist, desto kleiner ist das Risiko, mit einer Erhöhung zu verlieren.

Was zeigt ein Beispiel aus der Praxis?

In einem Projekt für einen Hersteller von Verpackungsmaschinen stand eine Erhöhung der Ersatzteilpreise um 5 % an. Der Vertrieb rief vor dem Brief die 40 größten Kunden an, jeder Anruf dauerte rund 10 Minuten. 31 Kunden nahmen den Anruf ohne Einwand hin, 7 baten um den alten Preis für eine letzte Bestellung, 2 drohten mit Wechsel. Einer der beiden blieb nach einem Staffelrabatt bei Jahresmenge. Der Brief kam danach nur noch als Bestätigung des Gesprächs.

Das Gespräch kostete zwei Tage Vertriebszeit und verhinderte nach Einschätzung des Teams mindestens einen Kundenverlust.

Wann nicht: Wann halten Sie den Preis besser?

Eine Erhöhung lohnt nicht, wenn

  • Ihr Preis schon der höchste im Markt ist und der Kunde Alternativen vergleicht,
  • Ihr Hauptkunde über die Hälfte des Umsatzes stellt und Sie ihn nicht ersetzen können,
  • die Kosten nur vorübergehend stiegen und im Quartal sinken,
  • Sie dem Kunden gerade ein Qualitätsproblem erklären müssen.

Dann sind eine Staffel, eine Mindestmenge oder ein Servicezuschlag besser als ein Prozentsatz für alle. Ein Tipp aus der Verhandlung: Nennen Sie in Gesprächen zuerst den Nutzen, danach den Preis. Wie das gelingt, zeigt der Beitrag Preisverhandlung.

Termine mit Kaufinteresse

Ihr Kalender voll mit Verkaufsterminen.

Wir übernehmen die Erstansprache, Ihr Vertrieb führt die Abschlussgespräche.

  • Bei Ihnen bestätigt
  • Beim Kunden bestätigt[2]
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Checkliste vor dem Versand

  • Vertrag und AGB zur Preisanpassung geprüft
  • Erhöhung je Kundengruppe gerechnet, Break-even bekannt
  • Grund mit einer Zahl belegt, die Sie vertreten können
  • Stichtag mit altem Preis und neuer Preis als Beispiel im Brief
  • Top-Kunden vor dem Brief angerufen
  • Antworten auf die drei häufigsten Einwände vorbereitet
  • Wiedervorlage 14 Tage nach Versand im Kalender

Für die Anrufe an Top-Kunden hilft der Einwand-Spickzettel und das Glossar zu Einwandbehandlung. Wenn Ihnen Zeit für die Gespräche fehlt, übernimmt die Telefonakquise von KRAUSS die Terminierung. Weitere Vorlagen finden Sie im Beitrag Musterbrief Preiserhöhung und zu Kosten im Beitrag Vertriebskosten senken.

Häufig gestellte Fragen

Wie begründe ich eine Preiserhöhung gegenüber Kunden?

Mit einer Zahl, die der Kunde prüfen kann: "Die Rohstoffkosten stiegen seit Januar um 11 %." Allgemeine Begriffe wie "gestiegene Kosten" wirken wie eine Ausrede.

Wie lange vorher kündige ich eine Preiserhöhung an?

6 bis 8 Wochen bei Rahmenverträgen, mindestens 4 Wochen bei Laufkunden. Die vertragliche Frist hat Vorrang, klären Sie diese mit einem Anwalt.

Per Brief oder per E-Mail?

Bei Rahmenverträgen schriftlich per Brief oder PDF-Anhang, damit Sie den Zugang nachweisen können. Schicken Sie zusätzlich eine kurze E-Mail mit dem Kundenberater.

Wie reagiere ich auf einen Kunden, der kündigen will?

Fragen Sie nach der Zahl, die ihn stört, und bieten Sie eine Staffel oder längere Zahlungsfrist an, bevor Sie beim Preis nachgeben.

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Der Prompt geht an den Anbieter, den Sie wählen. Antworten einer KI können Fehler enthalten: Prüfen Sie Zahlen auf der Fakten-Seite.

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