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Kurz gesagt
Der Endowment-Effekt beschreibt, dass Menschen etwas höher bewerten, sobald sie es besitzen. Im Verkauf nutzen Sie ihn fair, wenn der Kunde den Nutzen vorab erlebt und selbst entscheidet.
Dieser Beitrag stammt von Oktober 2024. Aktuelle Preise und Konditionen von KRAUSS stehen auf der Fakten-Seite und der Preisseite.
Stand: Oktober 2026.
Was ist der Endowment-Effekt?
Der Endowment-Effekt beschreibt eine Verzerrung im Urteil. Wer eine Sache besitzt, verlangt beim Verkauf mehr dafür, als er zu zahlen bereit wäre, um sie zu erwerben. Die Abgabe fühlt sich wie ein Verlust an, und Verluste wiegen schwerer als gleich große Gewinne.
Die Grundlage ist das Experiment von Kahneman, Knetsch und Thaler aus dem Jahr 1990, veröffentlicht im Journal of Political Economy. Die Originalstudie beschreibt die Versuchsanordnung. Auf eine Zusammenfassung sollten Sie sich nicht verlassen, wenn Sie den Effekt in einer Argumentation belegen wollen.
Wie wirkt der Effekt im B2B-Verkauf?
Im B2B besitzt der Kunde selten ein Produkt, das er abgeben müsste. Er besitzt eher Routinen, Zuständigkeiten und Budgets. Der Effekt wirkt, wenn ein Angebot diese Routinen bereits berührt, etwa die Dienstplanung der Küchenleitung oder die Terminliste des Außendienstes.
Die Frage für den Vertrieb lautet deshalb: Kann der Kunde sich den Zustand nach dem Kauf schon vorstellen? Wenn ja, fällt der Verzicht auf den alten Zustand schwerer.
Termine mit Kaufinteresse
Ihr Kalender voll mit Verkaufsterminen.
Wir übernehmen die Erstansprache, Ihr Vertrieb führt die Abschlussgespräche.
- Bei Ihnen bestätigt
- Beim Kunden bestätigt[2]
Praxisbeispiel: Pilot statt Präsentation
In einem Projekt für einen Hersteller von Großküchentechnik bot der Vertrieb keine Präsentation mit Zahlen, sondern einen Pilot über vier Wochen an. Fünf Interessenten bekamen dafür eine feste Liste mit 60 Betrieben, ein Abbruchkriterium und einen Termin nach Ablauf. Am Ende entschieden sich drei von fünf für eine Fortsetzung, zwei brachen mit Begründung ab. Das Beispiel ist anonym und realistisch gerechnet, es ist kein Kundenergebnis.
Der Pilot wirkte, weil der Kunde die Termine selbst gesehen hatte. Die Präsentation hatte vorher keinen Kunden überzeugt, die Termine aus dem Pilot schon.
Rechnung: Was ein Pilot kostet und bringt
Die Rechnung zeigt, wann ein Pilot sich lohnt. Alle Zahlen sind Annahmen.
| Größe | Annahme | Ergebnis |
|---|---|---|
| Pilot-Interessenten | 5 | Basis |
| Fortsetzungen | 3 von 5 | 60 Prozent |
| Deckungsbeitrag je Fortsetzung | 8.000 Euro | 24.000 Euro |
| Aufwand des Piloten | 4 Wochen Liste und Telefon | 2 Personentage je Woche |
Quelle: eigene Annahmen und Praxiszahlen aus dem Beispiel oben. Setzen Sie Ihren Deckungsbeitrag und Ihre Fortsetzungsquote ein, dann sehen Sie, wie viel Aufwand der Pilot wert ist.
Wann der Effekt nicht trägt
Der Effekt trägt nicht, wenn der Kunde den Nutzen nicht prüfen darf. Dann wirkt der Pilot wie ein Trick, und das Vertrauen geht verloren. Ebenso trägt er nicht, wenn der Pilot so klein ist, dass er kein Ergebnis zeigt. Dann verschwendet er Zeit auf beiden Seiten.
Die Gegenposition ist ehrlich: Manche Kunden wollen keinen Pilot, sondern einen klaren Preis und einen Vertrag. Auch dann lohnt der Gedanke, den Nutzen vorab zu beschreiben, aber der Pilot ist nicht der richtige Weg.
Termine mit Kaufinteresse
Ihr Kalender voll mit Verkaufsterminen.
Wir übernehmen die Erstansprache, Ihr Vertrieb führt die Abschlussgespräche.
- Bei Ihnen bestätigt
- Beim Kunden bestätigt[2]
So setzen Sie den Effekt fair ein
- Der Kunde kennt das Abbruchkriterium vor dem Start.
- Der Pilot zeigt ein Ergebnis, das der Kunde selbst prüfen kann.
- Die Frist ist real, nicht künstlich knapp gesetzt.
- Die Entscheidung am Ende trifft der Kunde.
Die Einwände, die nach dem Pilot kommen, finden Sie im Einwand-Spickzettel. Das Gespräch zur Entscheidung führt der Leitfaden zur Einwandbehandlung am Telefon.
Was KRAUSS dazu liefert
KRAUSS liefert Telefonebene und Terminierung. Eine Pilotphase für Ihre Terminierung setzen wir mit einem Abbruchkriterium auf, wenn Sie das wünschen. Die Seite zum Vertriebstraining zeigt, wie Teams den Umgang mit Einwänden üben.
Häufig gestellte Fragen
Was ist der Endowment-Effekt?
Der Endowment-Effekt beschreibt, dass Menschen einen Gegenstand höher bewerten, sobald sie ihn besitzen. Die Verlustangst beim Abgeben wiegt schwerer als der Gewinn beim Erwerben.
Wer hat den Endowment-Effekt beschrieben?
Kahneman, Knetsch und Thaler haben ihn 1990 in Experimenten beschrieben, die im Journal of Political Economy erschienen. Die Originalstudie ist die Primärquelle, eine Zusammenfassung ersetzt sie nicht.
Wie nutze ich den Effekt im Verkauf?
Lassen Sie den Kunden den Nutzen vorab erleben, etwa durch eine Pilotphase, eine Demo oder einen Probelauf mit klaren Kriterien. Wenn er den Nutzen besitzt, fällt ihm der Verzicht schwerer.
Ist das Manipulation?
Es wird Manipulation, wenn der Kunde den Nutzen nicht prüfen darf oder eine Frist künstlich knapp setzt. Fair ist ein Pilot mit Abbruchkriterium, bei dem der Kunde selbst entscheidet, ob er weitermacht.
Welche Rolle spielt der Effekt bei Angeboten?
Ein Angebot wirkt stärker, wenn der Kunde die Leistung in seinem Alltag vorstellen kann. Beschreiben Sie den Zustand nach dem Kauf konkret, mit Zahl, Rolle und Zeitraum.
Ist der Effekt bei jedem Kunden gleich stark?
Nein. Die Stärke schwankt je nach Person, Situation und Angebot. Ob er bei Ihrem Angebot wirkt, zeigt ein Test mit klaren Kriterien, eine Annahme aus einem Lehrbuch ersetzt den Test nicht.
Kann KRAUSS eine Pilotphase für meinen Vertrieb aufsetzen?
KRAUSS liefert Telefonebene und Terminierung. Eine Pilotphase für Ihre Terminierung mit einem Abbruchkriterium besprechen wir im Erstgespräch. Den Rahmen konfigurieren Sie im Angebots-Konfigurator.
Wann wirkt der Effekt nicht?
Wenn der Kunde den Nutzen nicht erkennt oder der Pilot zu klein ist, um ein Ergebnis zu zeigen. Dann bleibt nur ein Gegenargument mit Zahl, etwa die Kosten eines Monats ohne Lösung.
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