Inhalt8 Abschnitte
- 01Muss ein KI-Anrufer sich als KI zu erkennen geben?
- 02Welche Grundsätze gelten über die Pflicht hinaus?
- 03Wie formulieren Sie die Offenlegung im Gespräch?
- 04Praxisbeispiel: Offenlegung in den ersten Sekunden
- 05Wann nicht? Grenzen des KI-Anrufs
- 06Checkliste für verantwortungsvolle KI-Anrufe
- 07Wie passt das zur Telefonakquise?
- 08Häufig gestellte Fragen
Kurz gesagt
Ethik im KI-Vertrieb heißt: Der Gesprächspartner weiß, mit wem er spricht, seine Daten bleiben geschützt, und das System behauptet nichts, was es nicht prüfen kann. Die Offenlegung ist dabei die Untergrenze, nicht das Ziel.
Dieser Beitrag stammt von April 2025. Aktuelle Preise und Konditionen von KRAUSS stehen auf der Fakten-Seite und der Preisseite.
Wer sich nur an die Pflicht hält, verliert trotzdem Vertrauen, wenn das Gespräch sich wie ein Trick anfühlt.
Stand: Oktober 2026. Der Rechtsrahmen stützt sich auf die Verordnung (EU) 2024/1689 (KI-Verordnung) und § 7 UWG, beide auf gesetze-im-internet.de beziehungsweise eur-lex.europa.eu. Dieser Text ist keine Rechtsberatung.
Muss ein KI-Anrufer sich als KI zu erkennen geben?
Ja. Artikel 50 Absatz 1 der KI-Verordnung verlangt, dass Menschen informiert werden, wenn sie direkt mit einem KI-System interagieren. Die Pflicht entfällt nur, wenn es für einen verständigen Menschen offensichtlich ist. Ein Anruf vom Telefonagenten ist nicht offensichtlich, auch wenn die Stimme natürlich klingt.
Die Pflicht gilt ab dem 2. August 2026. Ob Ihr Dienstleister sie umsetzt, klären Sie vertraglich, bevor der erste Anruf läuft.
Welche Grundsätze gelten über die Pflicht hinaus?
Die Pflicht ist ein Minimum. Drei weitere Grundsätze entscheiden, ob ein KI-Anruf als fair erlebt wird.
Tabelle: Grundsätze im KI-Vertrieb, Einordnung der Redaktion
| Grundsatz | Praxis | Grenze |
|---|---|---|
| Offenlegung | Erster Satz nennt die KI und den Auftraggeber | Keine Verschleierung durch Stimmklang |
| Mensch auf Wunsch | Auf Verlangen wird ein Mensch vermittelt | Zusage muss eingehalten werden |
| Datenschutz | Aufzeichnung nur mit Einwilligung, klare Speicherdauer | Keine Analyse ohne Zweck |
Termine mit Kaufinteresse
Ihr Kalender voll mit Verkaufsterminen.
Wir übernehmen die Erstansprache, Ihr Vertrieb führt die Abschlussgespräche.
- Bei Ihnen bestätigt
- Beim Kunden bestätigt[2]
Wie formulieren Sie die Offenlegung im Gespräch?
Ein Satz reicht für den Anfang: Guten Tag, hier spricht ein KI-System im Auftrag von [Unternehmen]. Ich rufe wegen [Anlass] an. Möchten Sie lieber mit einem Mitarbeitenden sprechen, verbinde ich Sie gern.
Der Satz nennt die KI, den Auftraggeber und den Anlass. Er lässt dem Gesprächspartner einen Ausweg, und er zwingt den Dienstleister, eine Übergabe bereitzuhalten.
Praxisbeispiel: Offenlegung in den ersten Sekunden
In einem Projekt für einen Hersteller von Verpackungsmaterial startete jeder KI-Anruf mit der Offenlegung. Von 100 Gesprächen brachen 7 nach dem ersten Satz ab. Zwei Gesprächspartner baten um einen Menschen, und beide bekamen einen Rückruf innerhalb eines Tages. Am Ende standen 8 Termine aus 100 Gesprächen.
Die Zahlen stammen aus einer Stichprobe mit einem Kunden und sind kein Benchmark. Sie zeigen, dass Offenlegung keinen Terminverlust erzwingen muss.
Wann nicht? Grenzen des KI-Anrufs
Ein KI-Anruf endet dort, wo Verantwortung beginnt. Beschwerden, Krisen, Preisverhandlungen, Vertragsfragen und Ärger gehören zu einem Menschen. Die KI darf in solchen Fällen nicht versuchen, das Gespräch zu halten, sondern sie übergibt sofort.
Auch wenn die Technik sicher klingt, bleibt sie fehleranfällig. Prüfen Sie Stichproben von Gesprächen und lassen Sie unklare Antworten nicht unbestätigt im System.
Termine mit Kaufinteresse
Ihr Kalender voll mit Verkaufsterminen.
Wir übernehmen die Erstansprache, Ihr Vertrieb führt die Abschlussgespräche.
- Bei Ihnen bestätigt
- Beim Kunden bestätigt[2]
Checkliste für verantwortungsvolle KI-Anrufe
- Der erste Satz nennt die KI, den Auftraggeber und den Anlass.
- Auf Wunsch wird ein Mensch vermittelt, und die Übergabe funktioniert.
- Aufzeichnungen liegen nur mit Einwilligung vor.
- Die Speicherdauer steht im Datenschutzhinweis.
- Beschwerden und Verhandlungen gehen sofort an einen Menschen.
- Stichproben von Gesprächen werden regelmäßig geprüft.
Die rechtlichen Fragen rund um KI-Anrufe behandelt die Wissensseite zu KI-Anrufen und Recht. Den Datenschutz im KI-Vertrieb erklärt die Seite zum Datenschutz im KI-Vertrieb.
Wie passt das zur Telefonakquise?
Eine Telefonakquise mit Menschen am Hörer erfüllt die Offenlegungspflicht ohne Umweg. Mit KI gelten dieselben Maßstäbe, nur sind sie strenger zu dokumentieren. KRAUSS übernimmt die Telefonebene und die Terminierung. Ob und mit welcher Technik Anrufe automatisiert werden, besprechen wir im Erstgespräch, bevor etwas läuft. Mehr dazu auf der Seite zur Telefonakquise.
Häufig gestellte Fragen
Muss ein KI-Anrufer sagen, dass er eine KI ist?
Ja, nach Art. 50 Abs. 1 der KI-Verordnung müssen Menschen informiert werden, wenn sie mit einem KI-System sprechen, es sei denn, das ist offensichtlich. Die Pflicht gilt ab dem 2. August 2026. Wortlaut auf eur-lex.europa.eu.
Gilt die Offenlegungspflicht auch für Kaltakquise?
Sie gilt für jedes KI-System, das direkt mit Menschen interagiert, also auch für Anrufe. Zusätzlich gilt für Telefonwerbung § 7 UWG mit den Anforderungen an Einwilligung oder sachlichen Anlass.
Wie formuliere ich die Offenlegung im Gespräch?
Nennen Sie in einem Satz, dass ein KI-System spricht, im Auftrag welches Unternehmens und was der Anlass ist. Bieten Sie an, mit einem Menschen zu sprechen, und halten Sie diese Zusage.
Darf ein KI-Agent Gespräche aufzeichnen?
Nur mit Einwilligung des Gesprächspartners und mit einer Speicherung, die der DSGVO entspricht. Nennen Sie den Zweck der Aufzeichnung zu Beginn und die Speicherdauer im Datenschutzhinweis.
Welche Grenzen sollte ein KI-Anruf haben?
Beschwerden, Krisen, Verhandlungen über Preise oder Verträge und Gespräche mit erkennbarem Ärger gehören zu einem Menschen. Die KI darf dort nicht versuchen, das Gespräch zu halten.
Ist ein KI-Anruf günstiger als ein Mensch am Telefon?
Oft ja bei Standardfragen, aber das hängt von Volumen, Qualität und Übergabe ab. Rechnen Sie mit Ihren Zahlen und messen Sie den Abbruchanteil nach der Offenlegung.
Wie prüfe ich einen Dienstleister auf KI-Ethik?
Fragen Sie nach Offenlegung, Aufzeichnung, Speicherdauer, Übergabe an Menschen und dem Umgang mit Beschwerden. Lassen Sie die Antworten vertraglich festhalten.
Bietet KRAUSS KI-Anrufe an?
KRAUSS übernimmt die Telefonebene und die Terminierung. Ob und mit welcher Technik Anrufe automatisiert werden, besprechen wir im Erstgespräch. Eine Zusage zur Offenlegung steht dann im Angebot.
Frag deine KI zu KRAUSS
Lieber selbst prüfen? Stellen Sie die Frage Ihrer KI.
Prompt ansehen und anpassen
Der Prompt geht an den Anbieter, den Sie wählen. Antworten einer KI können Fehler enthalten: Prüfen Sie Zahlen auf der Fakten-Seite.








