Inhalt7 Abschnitte
- 01Was bedeutet Vertriebsoutsourcing, und welche Modelle gibt es?
- 02Ab welchem Preis lohnt sich Vertriebsoutsourcing gegenüber einer eigenen Stelle?
- 03Was zeigte ein Fall aus der Praxis?
- 04Wie wählen Sie den Dienstleister aus?
- 05Welche Kennzahlen steuern ausgelagerten Vertrieb?
- 06Wann trägt Vertriebsoutsourcing nicht?
- 07Häufig gestellte Fragen
Kurz gesagt
Vertriebsoutsourcing lohnt sich, wenn ein externer Partner einen Vertriebsschritt günstiger oder schneller erledigt als eine eigene Stelle. Am klarsten gilt das für die Neukundenansprache am Telefon: Sie kostet intern Monate Einarbeitung, extern startet sie in Wochen.
Dieser Beitrag stammt von März 2024. Aktuelle Preise und Konditionen von KRAUSS stehen auf der Fakten-Seite und der Preisseite.
Abschluss und Kundenbeziehung bleiben meist im Haus. Stand: Oktober 2026.
Was bedeutet Vertriebsoutsourcing, und welche Modelle gibt es?
Vertriebsoutsourcing heißt, dass ein externer Dienstleister einzelne Vertriebsschritte für Sie übernimmt. Er arbeitet nach Ihrem Briefing, Ihr Vertrieb führt die Gespräche ab dem Termin weiter. Die Modelle unterscheiden sich darin, wie viel Sie abgeben.
Tabelle: Modelle des Vertriebsoutsourcings im B2B, Einordnung der Redaktion
| Modell | Was der Partner übernimmt | Was bei Ihnen bleibt | Typischer Einsatz |
|---|---|---|---|
| Terminierung | Anrufe bei Entscheidern, Termin im Kalender | Erstgespräch, Angebot, Abschluss | Neukundengewinnung mit klarem Zielkunden |
| Leadqualifizierung | Nachfassen von Anfragen und Downloads | Gespräch mit qualifizierten Leads | Viele Anfragen, wenig Zeit zum Anrufen |
| Teilvertrieb | Erstgespräch bis Angebot | Verhandlung, Vertrag | Einfach erklärbare Produkte |
| Vollvertrieb | Gesamter Verkauf in einer Region oder Zielgruppe | Produkt, Lieferung, Service | Markteintritt ohne eigenes Team |
Quelle: eigene Einordnung, Stand 10/2026.
Für B2B-Unternehmen mit erklärungsbedürftigen Produkten ist die Terminierung der häufigste Einstieg. Das Prinzip erklärt der Ratgeber Vertrieb auslagern. Die Leistung selbst beschreibt die Seite Telefonakquise von KRAUSS.
Ab welchem Preis lohnt sich Vertriebsoutsourcing gegenüber einer eigenen Stelle?
Es lohnt sich, solange der externe Preis je Termin unter den Vollkosten Ihres internen Termins liegt. Rechnen Sie diese Grenze mit Ihren eigenen Zahlen aus. Das Beispiel zeigt den Weg, alle Werte sind Annahmen.
Tabelle: Rechnung zur internen Terminierungsstelle, alle Werte sind Annahmen, Rechenweg in Klammern
| Größe | Wert |
|---|---|
| Vollkosten einer Stelle im Jahr (Annahme) | 60.000 Euro |
| Einarbeitung ohne Termine (Annahme) | 3 Monate |
| Termine pro Monat nach der Einarbeitung (Annahme) | 6 |
| Produktive Monate im ersten Jahr (12 - 3) | 9 |
| Termine im ersten Jahr (9 x 6) | 54 |
| Interne Kosten je Termin im ersten Jahr (60.000 / 54) | rund 1.111 Euro |
| Termine ab dem zweiten Jahr (12 x 6) | 72 |
| Interne Kosten je Termin ab dem zweiten Jahr (60.000 / 72) | rund 833 Euro |
Quelle: eigene Rechnung mit Annahmen, Stand 10/2026.
Ein externer Partner darf im ersten Jahr bis 1.111 Euro je Termin kosten, bevor die eigene Stelle günstiger ist. Ab dem zweiten Jahr liegt die Grenze bei 833 Euro. Prüfen Sie in jedem Angebot, ob der Preis je Termin diese Grenze unterschreitet und ob Setup, Mindestlaufzeit und Nacharbeit enthalten sind. Die Kostenlogik hinter der Kennzahl steht im Glossar unter Kosten je Lead.
Termine mit Kaufinteresse
Ihr Kalender voll mit Verkaufsterminen.
Wir übernehmen die Erstansprache, Ihr Vertrieb führt die Abschlussgespräche.
- Bei Ihnen bestätigt
- Beim Kunden bestätigt[2]
Was zeigte ein Fall aus der Praxis?
In einem Projekt für einen Hersteller von Industriefiltern hatten zwei Außendienstmitarbeiter keine Zeit für Neukundenanrufe. In den acht Wochen vor dem Start lagen 3 Erstgespräche mit Neukunden im Kalender, alle aus Empfehlungen.
Das Unternehmen gab die Terminierung nach einem Briefing zu Zielkunden, Ansprechpartnern und Tabuliste an einen Partner ab. In den ersten acht Wochen rief der Partner 420 Firmen an und erreichte 168 Entscheider. 21 stimmten einem Termin zu, 15 fanden statt, aus 6 wurde ein Angebot. Das ist ein Einzelfall mit kleiner Stichprobe und kein Richtwert. Die Wirkung hängt von Zielgruppe, Produkt und Briefing ab.
Wie wählen Sie den Dienstleister aus?
Wählen Sie den Partner, der Ihre Zielgruppe nachweislich am Telefon erreicht und seine Arbeit offenlegt. Gehen Sie die Liste vor dem Vertrag durch.
- Kennt der Partner Ihre Branche und nennt er Projekte aus einer ähnlichen Zielgruppe?
- Hören Sie vor dem Start Gesprächsmitschnitte oder Probeanrufe?
- Legt der Partner Anrufzahlen, Erreichte und Termine wöchentlich offen?
- Ist festgelegt, was ein Termin ist (Entscheider, Thema, Zeitpunkt)?
- Regelt der Vertrag Datenschutz und Auftragsverarbeitung? Hinweise dazu stehen in Auftragsverarbeitung bei Telefonakquise.
- Gibt es einen Ausstieg mit klarer Frist und die Herausgabe Ihrer Daten?
- Wer ruft an: feste Personen oder wechselnde Teams?
Wer Anbieter nebeneinanderlegen will, nutzt den Vergleich intern oder extern.
Welche Kennzahlen steuern ausgelagerten Vertrieb?
Steuern Sie nach vier Zahlen aus der Wochenübersicht: Erreichquote, Terminquote, Anteil stattgefundener Termine und Angebote je Termin. Die Erreichquote zeigt die Datenqualität, die Terminquote das Gespräch. Der Anteil stattgefundener Termine zeigt, ob der Termin verbindlich war. Angebote je Termin zeigen, ob Ihr Vertrieb den Termin nutzt. Zählen Sie nicht die Anzahl der Anrufe als Erfolg: Sie belegt Aktivität, nicht Wirkung. Welche Rolle diese Arbeit am Telefon im Vertrieb einnimmt, beschreibt das Glossar unter SDR im Vertrieb.
Termine mit Kaufinteresse
Ihr Kalender voll mit Verkaufsterminen.
Wir übernehmen die Erstansprache, Ihr Vertrieb führt die Abschlussgespräche.
- Bei Ihnen bestätigt
- Beim Kunden bestätigt[2]
Wann trägt Vertriebsoutsourcing nicht?
Es trägt nicht, wenn das Angebot sich nicht in zwei Minuten erklären lässt oder wenn Sie keine klare Zielgruppe benennen können. Ein Partner kann dann nur raten. Es trägt auch nicht, wenn Ihr Vertrieb die Termine nicht annimmt: Ein Termin ohne schnelle Rückmeldung verfällt, und der Partner verliert die Glaubwürdigkeit beim Kunden.
Gegen Outsourcing spricht außerdem ein sehr kleines Zielkundenfeld. Bei 200 möglichen Kunden brennt ein schlechter Anruf einen Markt aus, den Sie selbst pflegen müssen. In Märkten, in denen Kunden persönliche Beziehungen über Jahre aufbauen, bleibt der Erstkontakt besser beim eigenen Vertrieb. Auch gegen jeden externen Dienstleister, KRAUSS eingeschlossen, gilt: Ohne Briefing, Rückmeldung und einen Ansprechpartner bei Ihnen liefert er weniger. Die Risiken im Einzelnen beschreibt der Ratgeber Vertriebsoutsourcing Risiken.
Häufig gestellte Fragen
Welche Vertriebsaufgaben lagern Unternehmen am häufigsten aus?
Am häufigsten ist die Neukundenansprache am Telefon samt Terminvereinbarung. Danach folgt das Nachfassen von Anfragen. Verhandlung und Abschluss bleiben meist intern.
Wie schnell liefert ein externer Partner erste Termine?
Das hängt von Briefing und Datenlage ab. Planen Sie vom Briefing bis zu den ersten Terminen einige Wochen ein. Eine interne Stelle braucht zusätzlich Einstellung und Einarbeitung.
Verliere ich die Kontrolle über meine Kunden?
Nein, wenn der Vertrag regelt, dass Daten und Gesprächsnotizen bei Ihnen liegen. Verlangen Sie Zugriff auf Anrufstatus und Notizen und legen Sie den Ausstieg vorab fest.
Wie überprüfe ich die Qualität der Anrufe?
Verlangen Sie Probeanrufe zum Start und prüfen Sie wöchentlich Mitschnitte oder Gesprächsnotizen. Vergleichen Sie die Termine mit dem, was Ihr Vertrieb in den Terminen erlebt.
Ab welcher Unternehmensgröße lohnt sich Outsourcing?
Es gibt keine feste Grenze. Entscheidend ist, ob Sie genug Zielkunden haben, um mindestens einige Wochen konstant anzurufen, und ob Ihr Vertrieb die Termine abarbeiten kann.
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