Inhalt8 Abschnitte
- 01Was besagt das 4-Ohren-Modell?
- 02Die vier Seiten einer Nachricht im Verkauf
- 03Welches Ohr hört der Einkäufer zuerst?
- 04So antworten Sie auf den Einwand hinter dem Einwand
- 05Wann das 4-Ohren-Modell nicht hilft
- 06Checkliste für das nächste Gespräch
- 07Wie KRAUSS das Modell im Telefon einsetzt
- 08Häufig gestellte Fragen
Kurz gesagt
Das 4-Ohren-Modell von Friedemann Schulz von Thun sagt: Jede Nachricht trägt vier Botschaften, nämlich Sachinhalt, Selbstoffenbarung, Beziehung und Appell. Im Verkaufsgespräch hört der Kunde oft eine andere Botschaft, als Sie gesendet haben.
Dieser Beitrag stammt von August 2024. Aktuelle Preise und Konditionen von KRAUSS stehen auf der Fakten-Seite und der Preisseite.
Wer das Modell kennt, erkennt den Einwand hinter dem Einwand und antwortet auf die richtige Ebene.
Was besagt das 4-Ohren-Modell?
Das Modell besagt, dass ein Satz nie nur eine Information transportiert. Der Sender sendet auf vier Ebenen zugleich, und der Empfänger hört mit vier Ohren. Entscheidend ist, auf welchem Ohr er gerade am stärksten hört. Das hängt von seiner Lage ab: Zeitdruck, Ärger über den letzten Anbieter oder die Frage, ob er dem Anrufer trauen kann.
Friedemann Schulz von Thun hat das Modell 1981 im ersten Band von Miteinander reden beschrieben. Es ist ein Denkmodell der Kommunikationspsychologie. Es erklärt Missverständnisse, es misst keine Erfolgsquote.
Die vier Seiten einer Nachricht im Verkauf
Jede Ebene hat im Verkauf eine eigene Frage, die der Kunde im Kopf stellt. Die Tabelle zeigt die Ebenen, eine typische Formulierung aus der Kaltakquise und die Fehlerquelle.
| Ebene | Frage des Kunden | Satz aus der Kaltakquise | Typischer Fehler |
|---|---|---|---|
| Sachinhalt | Was ist das genau? | "Wir vereinbaren Erstgespräche für Ihr Team." | Zu viele Fakten vor dem Anlass |
| Selbstoffenbarung | Wer ist da am Apparat? | "Ich rufe an, weil ich Ihren Standort kenne." | Ein Lebenslauf statt einer Haltung |
| Beziehung | Nimmt der mich ernst? | "Ich habe nur zwei Minuten, Sie entscheiden, ob es sich lohnt." | Vertrauliche Tonlage ohne Erlaubnis |
| Appell | Was soll ich jetzt tun? | "Passt Dienstag um zehn?" | Der Appell kommt erst nach einer Minute |
Quelle für die Ebenen: Schulz von Thun, Miteinander reden 1, 1981. Die Beispiele sind vereinfacht und stammen aus der Praxis der Telefonakquise.
Termine mit Kaufinteresse
Ihr Kalender voll mit Verkaufsterminen.
Wir übernehmen die Erstansprache, Ihr Vertrieb führt die Abschlussgespräche.
- Bei Ihnen bestätigt
- Beim Kunden bestätigt[2]
Welches Ohr hört der Einkäufer zuerst?
Am Telefon hört ein Einkäufer fast immer zuerst den Appell und die Beziehung. Er fragt sich in den ersten Sekunden, ob er gerade etwas abgeben muss und ob der Anrufer seine Zeit achtet. Der Sachinhalt kommt danach, und er wird nur gehört, wenn die Beziehung stimmt.
Für den ersten Satz heißt das: Nennen Sie den Anlass, bevor Sie das Angebot nennen. Ein Anlass ist etwas, das der Kunde kennt, zum Beispiel die Eröffnung eines zweiten Standorts oder ein Lieferantenwechsel in seiner Warengruppe.
Praxisbeispiel: Anlass vor Angebot
In einem Projekt für einen Hersteller von Großküchentechnik riefen die Anrufer in der ersten Woche 40 Küchenleitungen an. Die Anrufer begannen mit dem Angebot, also dem Sachinhalt. Es entstanden 4 Gespräche und 1 Termin. Nach der Umstellung auf den Anlass im ersten Satz führten dieselben 40 Anrufe zu 7 Gesprächen und 3 Terminen.
Die Zahlen sind eine realistische Annahme aus der Praxis und keine geprüfte Kundenstudie. Die Rechnung dazu: Die Trefferquote auf der Gesprächsebene stieg von 10 auf 17,5 Prozent (4 von 40, dann 7 von 40). Die Terminquote je Gespräch stieg von 25 auf rund 43 Prozent (1 von 4, dann 3 von 7).
So antworten Sie auf den Einwand hinter dem Einwand
Ein Einwand wie "Schicken Sie mir Unterlagen" hat selten mit dem Angebot zu tun. Oft ist er eine Beziehungsfrage: Der Kunde will nicht überrumpelt werden. Die Antwort lautet dann nicht mit einem neuen Argument, sondern mit einer Klärung auf der Beziehungsebene.
Ein Satz, der funktioniert: "Gern, und damit die Unterlagen passen: Wer entscheidet bei Ihnen über neue Lieferanten, Sie oder die Geschäftsführung?" Der Satz nimmt den Einwand ernst, stellt die Beziehung nicht infrage und bringt den Appell zurück auf die Entscheidung.
Mehr Einwandbeispiele finden Sie im Spickzettel zur Einwandbehandlung und im Leitfaden für den Einstieg am Telefon.
Wann das 4-Ohren-Modell nicht hilft
Das Modell ist ein Werkzeug zum Verstehen, kein Trick. Es hilft nicht, wenn der Kunde kein Interesse an dem Thema hat. Es ersetzt keine Recherche, und es ersetzt keine klare Angebotsaussage. Wer auf dem Beziehungsohr spricht und dann ein unklares Angebot nennt, verliert das Vertrauen schneller.
Auch im Gespräch mit einem Kunden in einer schwierigen Lage, etwa nach einem Ausfall oder einer Reklamation, gilt: Zuerst die Beziehung klären, dann den Sachinhalt. Wer das Modell zur Manipulation einsetzt, zerstört den Gesprächsraum. Bei sehr kurzen Telefonaten unter 30 Sekunden bleibt wenig Zeit für vier Ebenen. Dann zählt nur der klare Anlass und der Appell.
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- Bei Ihnen bestätigt
- Beim Kunden bestätigt[2]
Checkliste für das nächste Gespräch
- Ich nenne in den ersten zehn Sekunden einen Anlass, den der Kunde kennt.
- Ich sage, wer ich bin und welche Rolle ich in seinem Thema habe.
- Ich frage nach der Zeit, bevor ich das Angebot nenne.
- Ich höre auf den Einwand und frage nach der Ebene, auf der er gemeint ist.
- Ich schließe mit einem konkreten Appell: Termin, Rückruf oder Nein.
- Ich notiere nach dem Gespräch, welches Ohr des Kunden am stärksten war.
Wie KRAUSS das Modell im Telefon einsetzt
KRAUSS führt die Telefonebene für B2B-Unternehmen. Die Gesprächsleitfäden bauen auf dem Anlass im ersten Satz auf, und die Einwandbehandlung folgt den vier Ebenen. Wenn Sie eigene Gespräche schulen möchten, hilft das Vertriebstraining mit Gesprächsübung. Wer die Telefonakquise auslagern möchte, findet die Leistung auf der Seite zur Telefonakquise.
Stand: Oktober 2026. Die Praxisbeispiele sind anonym und realistisch gewählt, sie sind noch nicht durch den Inhaber geprüft.
Häufig gestellte Fragen
Was besagt das 4-Ohren-Modell?
Es besagt, dass jede Nachricht vier Botschaften enthält: Sachinhalt, Selbstoffenbarung, Beziehung und Appell. Der Empfänger hört sie je nach eigener Lage unterschiedlich, deshalb entstehen Missverständnisse.
Wer hat das 4-Ohren-Modell entwickelt?
Friedemann Schulz von Thun hat das Modell 1981 im ersten Band von Miteinander reden beschrieben. Es gilt als Standardwerk der Kommunikationspsychologie.
Wie hilft das 4-Ohren-Modell im Verkaufsgespräch?
Sie prüfen vor dem Satz, welche Ebene Sie senden, und nach dem Satz, welche Ebene der Kunde hört. So erkennen Sie einen Einwand, der eigentlich eine Beziehungsfrage ist, und antworten auf die richtige Ebene.
Welches Ohr ist im Erstkontakt am wichtigsten?
Im Erstkontakt hört der Kunde meist zuerst den Appell und die Beziehung. Er fragt sich, was Sie von ihm wollen und ob Sie seine Zeit ernst nehmen. Der Sachinhalt zählt danach.
Kann man das 4-Ohren-Modell im Telefonat anwenden?
Ja, am Telefon fehlt die Mimik, deshalb sind Stimme und Wortwahl die einzigen Kanäle. Ein klarer Anlass im ersten Satz senkt die Abwehr auf der Appellebene, ein Satz zu Ihrer Rolle schafft Vertrauen auf der Beziehungsebene.
Was ist der häufigste Fehler beim Einsatz des Modells?
Viele Verkäufer senden nur auf der Sachebene und hören nur den Appell. Sie reden über Produktmerkmale, während der Kunde wissen will, warum gerade jetzt und warum gerade mit Ihnen.
Ist das 4-Ohren-Modell wissenschaftlich belegt?
Das Modell ist ein Denkmodell der Kommunikationspsychologie und kein Messverfahren. Es hilft beim Analysieren und Üben von Gesprächen, es liefert keine Wahrscheinlichkeiten für einen Abschluss.
Wie übt man die vier Ebenen?
Nehmen Sie ein Gespräch auf oder schreiben Sie einen Satz auf. Notieren Sie je Ebene, was der Satz sendet und was der Empfänger hören kann. Wiederholen Sie das mit drei bis fünf echten Sätzen aus Ihrem Alltag.
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