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Decoy-Effekt bei Preisen im B2B: Wie Staffeln Entscheidungen lenken und wo Grenzen liegen

Jesse KlotzGeschäftsführer Performance Marketing
Veröffentlicht
Aktualisiert
Lesezeit
5 Min. Lesezeit
Inhalt9 Abschnitte
  1. 01Was ist der Decoy-Effekt?
  2. 02Wie setzt man den Effekt bei einem Angebot ein?
  3. 03Praxisbeispiel: Drei Stufen für eine Terminserie
  4. 04Die Rechnung hinter der Staffel
  5. 05Wann ist der Decoy-Effekt unfair?
  6. 06Wann bringt der Effekt nichts?
  7. 07Checkliste: Ist Ihre Staffel fair und tragfähig?
  8. 08Wie geht es weiter?
  9. 09Häufig gestellte Fragen

Dieser Beitrag stammt von Februar 2025. Aktuelle Preise und Konditionen von KRAUSS stehen auf der Fakten-Seite und der Preisseite.

Der Decoy-Effekt beschreibt, wie eine dritte Option die Wahl zwischen zwei anderen Angeboten verschiebt. Im B2B-Angebot kann eine gut gebaute Staffel die mittlere Stufe deutlich wahrscheinlicher machen. Dieser Beitrag erklärt den Effekt, zeigt ein Praxisbeispiel mit Annahmen und benennt die Stellen, an denen eine Staffel unfair wird. Stand: Oktober 2026.

Was ist der Decoy-Effekt?

Der Decoy-Effekt, auch asymmetrische Dominanz genannt, beschreibt einen Effekt aus der Entscheidungsforschung. Eine dritte Option, die einer der beiden anderen klar unterlegen ist, verändert die Wahl zwischen den übrigen beiden. Huber, Payne und Puto haben das 1982 im Journal of Consumer Research gezeigt.

Die Köder-Option ist schlechter als eine der beiden Vergleichsoptionen und nur gegenüber dieser eindeutig. Dadurch wirkt die andere Option im Vergleich besser.

Wie setzt man den Effekt bei einem Angebot ein?

Die gängige Form sind drei Stufen. Die untere Stufe ist klein, die mittlere ist das Ziel, die obere dient als Anker. Die mittlere Stufe sollte im Verhältnis zur oberen besonders attraktiv wirken, weil sie fast den gleichen Umfang bietet, aber weniger kostet.

Wichtig ist die Beschreibung. Jede Stufe braucht einen klaren Umfang, zum Beispiel die Zahl der Termine, die Zielgruppen oder die Laufzeit. Ohne diese Beschreibung ist die Staffel nur eine Preisliste mit drei Zeilen.

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Praxisbeispiel: Drei Stufen für eine Terminserie

In einem Projekt für einen Anbieter von Reinigungstechnik für Industriebetriebe hatte das Angebot zwei Stufen: eine kleine Serie und eine große Serie. 38 Prozent der Interessenten wählten die kleine Serie, 62 Prozent die große. Danach wurde eine mittlere Stufe ergänzt, die mit zwei Dritteln des Umfangs der großen Serie beschrieben war, aber mit einem spürbar geringeren Preis je Termin.

In den folgenden zehn Wochen wählten 54 Prozent die mittlere Stufe, 28 Prozent die große und 18 Prozent die kleine. Die Zahl der Abschlüsse stieg, der Deckungsbeitrag je Auftrag sank leicht. Das Team hatte die Mitte vorab gerechnet und wusste, dass der Auftrag trägt.

Die Rechnung hinter der Staffel

Die Staffel verändert die Verteilung der Wahl, nicht die Kosten. Deshalb rechnen Sie jede Stufe vorab einzeln. Die Tabelle zeigt den Aufbau mit Annahmen. Ihre Zahlen ersetzen die Annahmen.

Tabelle: Deckungsbeitrag je Stufe bei drei Angebotsstufen, Beispiel mit Annahmen, Stand Oktober 2026

Die Rechnung hinter der Staffel
StufeUmfangErlös je AuftragVariable KostenDeckungsbeitrag
Klein10 Termine2.000 Euro1.200 Euro800 Euro
Mitte20 Termine3.400 Euro2.400 Euro1.000 Euro
Groß30 Termine4.500 Euro3.600 Euro900 Euro

Die Tabelle zeigt, warum die Mitte im Beispiel trägt. Sie hat den höchsten Deckungsbeitrag je Auftrag, obwohl die große Stufe mehr Umsatz bringt. Diese Annahmen müssen Sie für Ihr Angebot selbst prüfen.

Wann ist der Decoy-Effekt unfair?

Unfair wird die Staffel, wenn eine Stufe nur existiert, damit eine andere besser aussieht und der Kunde den Zweck nicht erkennen kann. Ebenso, wenn Leistungen verschleiert werden und der Kunde den Umfang nicht vergleichen kann. Dann verliert das Angebot das Vertrauen, auf dem der Abschluss im B2B steht.

Ein Entscheider im Einkauf merkt solche Tricks schnell. Er fragt nach Leistung und Umfang und rechnet nach. Eine ehrliche Staffel mit klaren Leistungen hält dieser Prüfung stand.

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Wann bringt der Effekt nichts?

Der Effekt wirkt nicht, wenn der Kunde nur einen Preis vergleicht. Bei Ausschreibungen mit festem Leistungsverzeichnis ist er ungeeignet. Er wirkt auch nicht, wenn die Stufen zu ähnlich sind, und nicht, wenn der Kunde sein Problem noch nicht kennt. Dann ist die Entscheidung noch nicht reif, und jede Staffel wirkt wie Druck.

Checkliste: Ist Ihre Staffel fair und tragfähig?

  • Jede Stufe hat einen beschriebenen Umfang.
  • Der Deckungsbeitrag je Stufe ist vorab gerechnet.
  • Keine Stufe existiert nur als Vergleichsobjekt.
  • Die Staffel passt zur Zielgruppe und zur Entscheidungsform.
  • Die Wahl je Stufe wird über acht bis zwölf Wochen gezählt.

Wie Sie den Wert Ihrer Leistung im Gespräch beschreiben, zeigt der Leitfaden zur Value Proposition im B2B. Den Umgang mit Preisfragen im Erstgespräch beschreibt der Leitfaden zum Preis im Erstgespräch.

Wie geht es weiter?

Wir prüfen mit Ihnen, welche Staffel zu Ihrem Markt passt, bevor Sie sie einführen. Wie Sie eine Kaltakquise-Agentur auswählen, die Ihre Kalkulation kennt, zeigt der Vergleich zur Kaltakquise-Agentur. Ihr Angebot entsteht im Angebots-Konfigurator.

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Häufig gestellte Fragen

Was ist der Decoy-Effekt?

Der Decoy-Effekt beschreibt, dass eine dritte Option die Wahl zwischen zwei anderen verschiebt. Die Köder-Option ist schlechter als eine der beiden und nur gegenüber dieser eindeutig. Huber, Payne und Puto haben das 1982 beschrieben.

Wie setzt man den Decoy-Effekt bei Angeboten ein?

Man bietet drei Stufen an, bei denen die mittlere Stufe im Verhältnis zur größten besonders attraktiv wirkt. Die Stufen müssen echte Leistungen beschreiben und sich nachvollziehbar unterscheiden.

Ist der Decoy-Effekt unfair?

Er ist fair, solange alle Stufen echt sind und der Kunde den Unterschied versteht. Unfair wird er, wenn eine Stufe nur existiert, um andere besser aussehen zu lassen, oder wenn Leistungen verschleiert werden.

Funktioniert der Effekt bei Ausschreibungen?

Kaum. Bei Ausschreibungen zählt ein festes Leistungsverzeichnis und ein Preis je Position. Eine Köder-Option wirkt dort sofort als Trick.

Welche Angebotsform eignet sich am besten?

Staffeln mit klar beschriebenem Umfang, zum Beispiel nach Terminmenge, Zielgruppen oder Laufzeit. Der Kunde sollte in einem Satz sagen können, was die mittlere Stufe mehr bietet als die untere.

Wie messe ich, ob die Staffel wirkt?

Zählen Sie je Angebotsserie, welche Stufe gewählt wird. Ein Vergleich über acht bis zwölf Wochen zeigt, ob die mittlere Stufe häufiger gewählt wird als vorher mit zwei Stufen.

Gibt es einen Zusammenhang mit der Preisfindung?

Ja. Die Staffel ersetzt keine Kalkulation. Vorab müssen Sie wissen, welche Kosten je Stufe anfallen und welcher Deckungsbeitrag tragbar ist, sonst verkaufen Sie die Mitte mit Verlust.

Wann bringt der Decoy-Effekt nichts?

Wenn der Kunde nur einen Preis vergleicht, wenn die Stufen zu ähnlich sind oder wenn das Problem des Kunden noch nicht klar ist. Dann ist die Entscheidung noch nicht reif, und die Staffel wirkt wie Druck.

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