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Selbstkosten berechnen: Schema mit Beispiel für Angebote

Johannes KraussGeschäftsführer der KRAUSS GmbH
Veröffentlicht
Aktualisiert
Lesezeit
3 Min. Lesezeit
Inhalt7 Abschnitte
  1. 01Was sind Selbstkosten?
  2. 02Wie ist das Schema für Selbstkosten aufgebaut?
  3. 03Wie rechnen Sie ein Beispiel durch?
  4. 04Wie sah das bei einer Vertriebsleistung aus?
  5. 05Wann passt die Selbstkostenrechnung nicht?
  6. 06Checkliste für die Selbstkostenrechnung
  7. 07Häufig gestellte Fragen

Kurz gesagt

Selbstkosten sind alle Kosten, die einer Leistung zugerechnet werden: Material, Fertigungslöhne und anteilige Gemeinkosten. Ihre Summe ist die Untergrenze jedes Angebots.

Dieser Beitrag stammt von September 2024. Aktuelle Preise und Konditionen von KRAUSS stehen auf der Fakten-Seite und der Preisseite.

Der Gewinn kommt erst danach obendrauf. Wer ohne Selbstkosten kalkuliert, sieht nicht, ob ein Auftrag die eigenen Kosten deckt.

Was sind Selbstkosten?

Selbstkosten sind die Summe aller Kosten, die einem Produkt oder einer Leistung zugerechnet werden. Man unterscheidet Einzelkosten, die einer Leistung direkt zuzuordnen sind, und Gemeinkosten, die mehrere Leistungen gemeinsam verursachen. Material und Fertigungslöhne gehören meist zu den Einzelkosten. Miete, Verwaltung und Software sind Gemeinkosten.

Die Selbstkosten sind eine Rechengröße, kein Marktpreis. Sie sagen, was eine Leistung kostet. Ob der Kunde diesen Preis zahlt, entscheidet der Markt.

Wie ist das Schema für Selbstkosten aufgebaut?

Das Schema folgt einer festen Reihenfolge. Die folgende Tabelle zeigt die Stufen und die Zwischensummen.

Wie ist das Schema für Selbstkosten aufgebaut?
StufeBestandteilBerechnung
1FertigungsmaterialEinzelkosten aus Stückliste
2MaterialgemeinkostenZuschlag auf das Material
3FertigungslöhneEinzelkosten aus Arbeitszeit
4FertigungsgemeinkostenZuschlag auf die Fertigungslöhne
5HerstellkostenSumme aus 1 bis 4
6Verwaltungs- und VertriebsgemeinkostenZuschlag auf die Herstellkosten
7SelbstkostenHerstellkosten plus Verwaltungs- und Vertriebsgemeinkosten

Quelle: Schema in Anlehnung an die übliche Zuschlagskalkulation. Die Zuschlagssätze sind Annahmen und müssen aus Ihrer Buchhaltung kommen.

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Wie rechnen Sie ein Beispiel durch?

Nehmen Sie eine Leistung mit folgenden Annahmen: Fertigungsmaterial 800 Euro, Fertigungslöhne 1.200 Euro, Materialgemeinkosten 10 Prozent auf das Material, Fertigungsgemeinkosten 150 Prozent auf die Fertigungslöhne und Verwaltungs- und Vertriebsgemeinkosten 8 Prozent auf die Herstellkosten.

  • Materialgemeinkosten: 800 mal 0,10 ergibt 80 Euro.
  • Fertigungsgemeinkosten: 1.200 mal 1,50 ergibt 1.800 Euro.
  • Herstellkosten: 800 plus 80 plus 1.200 plus 1.800 ergibt 3.880 Euro.
  • Verwaltungs- und Vertriebsgemeinkosten: 3.880 mal 0,08 ergibt 310,40 Euro.
  • Selbstkosten: 3.880 plus 310,40 ergibt 4.190,40 Euro.

Erst jetzt schlagen Sie den Gewinn auf. Bei einem Aufschlag von 15 Prozent ergibt sich ein Angebotspreis von 4.818,96 Euro. Alle Zahlen sind Annahmen für das Rechenbeispiel.

Wie sah das bei einer Vertriebsleistung aus?

In einem Projekt für einen Hersteller von Hygienesystemen wollte das Team die Kosten je Termin kalkulieren. Die Einzelkosten waren 2 Stunden Telefonzeit je Termin und die Telefonie. Die Gemeinkosten lagen bei Verwaltung, Software und Räumen. Im Ergebnis kostete ein Termin nach Gemeinkosten 46 Prozent mehr als nur die Telefonzeit. Der Vertrieb hatte das bisher nicht gesehen, weil die Räume in keiner Kalkulation standen.

Die Zahlen sind anonym und realistisch gewählt. Stand: Oktober 2026. Sie sind noch nicht durch den Inhaber geprüft.

Wann passt die Selbstkostenrechnung nicht?

Die Selbstkostenrechnung passt schlecht für Leistungen, die im Wettbewerb über einen Marktpreis verkauft werden. Dort bestimmt der Preis des Wettbewerbs die Obergrenze, unabhängig von Ihren Kosten. Für Mengenrabatte und Staffelpreise brauchen Sie eine eigene Deckungsbeitragsrechnung.

Die Zuschlagssätze sind nur so gut wie die Zahlen dahinter. Wer die Gemeinkosten schätzt, rechnet scheinbar genau und liegt trotzdem daneben.

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Checkliste für die Selbstkostenrechnung

  • Alle Einzelkosten sind einer Leistung zugeordnet.
  • Die Gemeinkosten des Zeitraums sind vollständig erfasst.
  • Die Zuschlagssätze stammen aus der Buchhaltung und sind datiert.
  • Der Gewinn wird erst nach den Selbstkosten aufgeschlagen.
  • Die Rechnung wird bei jeder größeren Kostenänderung neu erstellt.

Die Kosten je Termin rechnen Sie im Leitfaden zu Kosten je Termin nach. Wie Sie Ihren eigenen Angebotspreis mit Ihren Zahlen erstellen, zeigt der Angebotskonfigurator.

Häufig gestellte Fragen

Was sind Selbstkosten?

Selbstkosten sind die Summe aller Kosten, die einer Leistung oder einem Produkt zugerechnet werden. Dazu gehören Einzelkosten wie Material und anteilige Gemeinkosten wie Verwaltung oder Miete.

Was ist der Unterschied zwischen Herstellkosten und Selbstkosten?

Herstellkosten enthalten Material, Fertigungslöhne und Fertigungsgemeinkosten. Selbstkosten kommen hinzu: Verwaltungs- und Vertriebsgemeinkosten. Die Selbstkosten sind deshalb immer höher als die Herstellkosten.

Wie berechnet man Selbstkosten?

Sie addieren die Einzelkosten, schlagen die Gemeinkosten über Zuschlagssätze auf und addieren die Verwaltungs- und Vertriebsgemeinkosten. Das Schema steht im Beitrag mit einem Rechenbeispiel.

Gehört der Gewinn zu den Selbstkosten?

Nein. Der Gewinn ist ein Aufschlag auf die Selbstkosten. Er bildet den Selbstkostenpreis nicht ab, sondern den Verkaufspreis, den Sie mit dem Kunden vereinbaren.

Wie ordnet man Gemeinkosten einer Leistung zu?

Über einen Zuschlagssatz. Sie teilen die Gemeinkosten eines Zeitraums durch die Bezugsgröße, etwa die Fertigungslöhne oder das Material, und tragen den Satz auf jede Leistung auf.

Kann man Selbstkosten für eine Vertriebsleistung berechnen?

Ja. Die Einzelkosten sind Personalzeit und Telefonie, die Gemeinkosten sind Verwaltung, Software und Räume. Bezugsgröße ist dann der Termin oder das qualifizierte Gespräch.

Welche Fehler machen Anbieter bei Selbstkosten am häufigsten?

Sie vergessen Gemeinkosten oder rechnen mit einem Zuschlag, der nicht zur Kostenstruktur passt. Auch Personalzeit, die nicht erfasst wird, verzerrt das Ergebnis deutlich.

Wie oft sollte man die Selbstkosten neu rechnen?

Mindestens einmal im Jahr und bei jeder größeren Änderung der Kosten, etwa Lohnerhöhung, neuer Software oder neuer Miete. Sonst kalkulieren Sie mit veralteten Zahlen.

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Der Prompt geht an den Anbieter, den Sie wählen. Antworten einer KI können Fehler enthalten: Prüfen Sie Zahlen auf der Fakten-Seite.

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