Zum Inhalt springen

BlogVerkaufsgespräch

Verhandlungsmacht im B2B: Wer am längeren Hebel sitzt

Johannes KraussGeschäftsführer der KRAUSS GmbH
Veröffentlicht
Aktualisiert
Lesezeit
2 Min. Lesezeit
Inhalt7 Abschnitte
  1. 01Was bestimmt Ihre Verhandlungsmacht?
  2. 02Wie stärken Sie Ihre Position?
  3. 03Praxisbeispiel: Ein Pilot statt eines Rahmenvertrags
  4. 04Eine Rechnung: Wann lohnt sich ein Zugeständnis?
  5. 05Wann Verhandlungsmacht nicht trägt
  6. 06Checkliste zur eigenen Position
  7. 07Häufig gestellte Fragen

Kurz gesagt

Verhandlungsmacht im B2B entsteht aus drei Faktoren: den Alternativen beider Seiten, der Dringlichkeit des Bedarfs und der Zeit, die jede Seite hat. Wer die eigene Position kennt, verhandelt sachlicher und vermeidet Zugeständnisse, die nichts bringen.

Dieser Beitrag stammt von Februar 2025. Aktuelle Preise und Konditionen von KRAUSS stehen auf der Fakten-Seite und der Preisseite.

Die Frage lautet nicht, wie viel Druck Sie machen können, sondern was der Kunde tut, wenn Sie nicht einig werden.

Stand: Oktober 2026. Die Einordnung ist eine Praxisdarstellung und kein Rechtsrat. Bei Vergabeverfahren gelten eigene Regeln.

Was bestimmt Ihre Verhandlungsmacht?

Drei Fragen zeigen Ihre Position. Erstens: Hat der Kunde eine realistische Alternative, etwa einen anderen Anbieter oder eine eigene Lösung? Zweitens: Wie dringend braucht er die Leistung, und was passiert, wenn er wartet? Drittens: Wer hat mehr Zeit? Ein Kunde, der bis Monatsende entscheiden muss, hat wenig Zeit. Ein Anbieter mit voller Auslastung hat auch wenig.

Die Antworten ändern sich während des Projekts. Prüfen Sie die drei Fragen vor jedem Gesprächstermin neu.

Wie stärken Sie Ihre Position?

Mehrere Gesprächspartner im Kundenunternehmen verringern die Abhängigkeit von einer Person. Wer den Entscheidungsweg kennt, weiß, wann eine Zusage verbindlich ist. Ein begrenzter Einstieg, etwa ein Pilot auf einer Filiale, senkt das Risiko des Kunden und schafft Vertrauen für den nächsten Schritt.

Vermeiden Sie, Ihre Macht zu zeigen. Ein Satz wie „Wir haben viele Interessenten“ wirkt auf Einkäufer wie ein Druckmittel und wird meist durchschaut. Ein Satz wie „Wir können die Leistung ab Mitte Januar einplanen“ ist ein Fakt.

Termine mit Kaufinteresse

Ihr Kalender voll mit Verkaufsterminen.

Wir übernehmen die Erstansprache, Ihr Vertrieb führt die Abschlussgespräche.

  • Bei Ihnen bestätigt
  • Beim Kunden bestätigt[2]
Testprojekt konfigurieren

Praxisbeispiel: Ein Pilot statt eines Rahmenvertrags

In einem Projekt für einen Hersteller von Reinigungschemie für Großküchen hatte der Einkauf eines Caterers mit 14 Standorten keinen Anlass, einen Rahmenvertrag zu schließen. Das Team bot einen Pilot mit 2 Standorten für drei Monate an, mit klaren Kennzahlen. Von den 8 Angeboten dieser Art im Jahr führten 5 zu einem Vertrag über alle Standorte, drei Monate nach dem Pilot.

Die Zahlen sind anonymisiert und gerundet. Die Verhandlungsmacht lag beim Anbieter, weil der Kunde ohne Pilot keine Zahlen für seine Entscheidung hatte.

Eine Rechnung: Wann lohnt sich ein Zugeständnis?

Angenommen, ein Zugeständnis von 4 Prozent auf einen Jahresauftrag von 80.000 Euro kostet 3.200 Euro Umsatz (Annahme). Bei einer Marge von 25 Prozent (Annahme) verlieren Sie 3.200 Euro Deckungsbeitrag, wenn kein Folgeauftrag entsteht. Es lohnt sich nur, wenn der Kunde im Gegenzug die Laufzeit auf zwei Jahre verlängert. Die Rechnung zeigt, ob das Zugeständnis im Verhältnis zum Gegenwert steht.

Wann Verhandlungsmacht nicht trägt

Starke Einkaufsabteilungen, die Ausschreibungen nach festen Kriterien bewerten, lassen wenig Spielraum. Dort entscheidet oft nicht der Verhandlungsstil, sondern das Bewertungsschema. Auch wer seine Macht überdehnt, verliert. Ein Kunde, der sich gedrängt fühlt, sucht nach einem zweiten Anbieter, auch wenn er sonst zufrieden wäre.

Termine mit Kaufinteresse

Ihr Kalender voll mit Verkaufsterminen.

Wir übernehmen die Erstansprache, Ihr Vertrieb führt die Abschlussgespräche.

  • Bei Ihnen bestätigt
  • Beim Kunden bestätigt[2]
Testprojekt konfigurieren

Checkliste zur eigenen Position

  • Die realistischen Alternativen des Kunden sind benannt.
  • Der Zeitdruck auf beiden Seiten ist bekannt.
  • Mindestens zwei Ansprechpartner im Kundenunternehmen sind eingebunden.
  • Ein begrenzter Einstieg ist vorbereitet.
  • Die Grenze für Zugeständnisse ist vor dem Gespräch festgelegt.

Mehr dazu im Leitfaden zum Verhandeln mit dem Einkauf und im Leitfaden zur Preisverhandlung. Zum Thema Kundenbeziehungen über mehrere Standorte passt der Wissensbeitrag zu Key Account Management. Wie KRAUSS Entscheider erreicht, zeigt die Seite Telefonakquise.

Häufig gestellte Fragen

Was ist Verhandlungsmacht?

Verhandlungsmacht ist die Fähigkeit, ein Ergebnis zu den eigenen Bedingungen zu erreichen. Sie hängt davon ab, wie gut die Alternativen der Gegenseite sind, wie dringend der Bedarf ist und wie viel Zeit jede Seite hat.

Woran messe ich meine Verhandlungsmacht?

Fragen Sie sich, was der Kunde tut, wenn Sie nicht zustimmen. Hat er eine realistische Alternative, ist Ihre Macht gering. Hat er keine, und fehlt ihm Zeit, ist Ihre Position stark.

Wie stärke ich meine Position im Verkauf?

Sorgen Sie für mehrere Gesprächspartner im Kundenunternehmen, kennen Sie den Entscheidungsweg und bieten Sie einen klar begrenzten Einstieg an. Ein Pilot senkt das Risiko für den Kunden.

Hilft es, Konkurrenz zu erwähnen?

Nur mit Leistungsvergleich und ohne abwertende Aussagen. Eine sachliche Gegenüberstellung von Leistungen wirkt. Pauschale Kritik an Mitbewerbern schadet dem eigenen Ruf.

Wie gehe ich mit einem starken Einkäufer um?

Akzeptieren Sie die Macht, die er hat, und verhandeln Sie über Nutzen statt über Prozent. Fragen Sie nach seinen Zielen, etwa Kosten je Vorgang oder Lieferzuverlässigkeit.

Gibt es eine Grenze, ab der sich Macht gegen mich wendet?

Ja. Wer den Kunden zu stark drückt, verliert Vertrauen und Folgeaufträge. Ein Abschluss zu einem Preis unter den eigenen Kosten ist kein Erfolg.

Welche Rolle spielt Zeit?

Zeit ist ein Hebel auf beiden Seiten. Setzen Sie Fristen nur dann, wenn es einen echten Grund gibt. Ein Kunde, der unter Termindruck steht, verhandelt ungern über Qualität.

Wann lohnt sich ein Verzicht auf Verhandlung?

Wenn der Kunde zu niedrigen Bedingungen einkauft, ohne Folgegeschäft zu bieten, und die Kosten nicht decken. Ein klares Nein schützt die Marge und das Team.

Prompt ansehen und anpassen

Der Prompt geht an den Anbieter, den Sie wählen. Antworten einer KI können Fehler enthalten: Prüfen Sie Zahlen auf der Fakten-Seite.

Bei Google als bevorzugte Quelle hinzufügenSehen Sie KRAUSS-Artikel häufiger in Google Top Stories und KI-Antworten (öffnet Google in neuem Fenster)

Weiterlesen

Alle Artikel im Blog

Das Wissen haben Sie. Die Termine vereinbaren wir.

Kein Verkaufsgespräch. In 15 Minuten klären wir, ob Ihre Zielgruppe telefonisch erreichbar ist und wie ein Testprojekt aussieht.

Ihr nächster Schritt

Startklar
  1. 01Testprojekt konfigurieren60 Sekunden
  2. 02Gespräch mit Jesse Klotz15 Minuten
  3. 03Zielgruppe und Leitfadengemeinsam
  4. 04Erste bestätigte Termineim Kalender
Lieber anrufen?+49 8191 93759-00