Inhalt6 Abschnitte
- 01Welche Aufgaben hat die Vertriebsleitung?
- 02Wie viele Termine braucht das Umsatzziel? Eine Rückwärtsrechnung
- 03Was zeigt die Rechnung im Alltag? Ein Beispiel aus der Praxis
- 04Wie führen Sie ein Vertriebsteam an Kennzahlen?
- 05Wann trägt die Rolle der Vertriebsleitung nicht? Grenzen und Risiken
- 06Häufig gestellte Fragen
Kurz gesagt
Die Vertriebsleitung verantwortet das Umsatzziel, die Pipeline und das Team: Sie plant, wie viele Termine für das Ziel nötig sind, führt die Vertriebler an den Kennzahlen und baut den Prozess vom Erstgespräch bis zum Abschluss.
Dieser Beitrag stammt von Mai 2024. Aktuelle Preise und Konditionen von KRAUSS stehen auf der Fakten-Seite und der Preisseite.
Der wirksamste Hebel liegt meist vorn im Trichter: Wer 60 Aufträge im Jahr braucht, muss rechnerisch rund 300 Termine im Kalender haben. Stand: Oktober 2026.
Welche Aufgaben hat die Vertriebsleitung?
Die Vertriebsleitung hat fünf Aufgaben, die sich in Takt und Kennzahl unterscheiden. Die Tabelle zeigt, was wann ansteht und woran Sie jede Aufgabe messen.
Tabelle: Fünf Aufgaben der Vertriebsleitung, Einschätzung der Redaktion, Stand 10/2026
| Aufgabe | Takt | Kennzahl |
|---|---|---|
| Ziele und Planung | jährlich, Quartalsprüfung | Umsatz gegen Plan, Pipeline-Abdeckung |
| Pipeline-Führung | wöchentlich | Verkaufschancen je Phase, Alter der Chancen |
| Teamführung | wöchentlich, Einzelgespräch monatlich | Termine je Kopf, Abschlussquote je Kopf |
| Prozess und Werkzeuge | quartalsweise | Dauer vom Termin zum Auftrag |
| Abstimmung mit Marketing, Produkt, Geschäftsführung | monatlich | Qualität der Anfragen, Rückmeldungen |
Quelle: Einschätzung der Redaktion. Begriffsbestimmung: Vertrieb und Führungskraft, abgerufen am 06.10.2026.
Die Kennzahlen im Detail erklärt das Glossar unter Kennzahlen im Vertrieb und Pipeline, den Jahresplan der Leitfaden Vertriebsplanung und Jahresplan.
Wie viele Termine braucht das Umsatzziel? Eine Rückwärtsrechnung
Teilen Sie das Umsatzziel durch den Auftragswert und die Zahl der Aufträge durch die Abschlussquote: Bei 2,4 Millionen Euro, 40.000 Euro je Auftrag und 20 % Abschlussquote brauchen Sie 300 Termine im Jahr. Erst diese Zahl zeigt, ob der Kalender des Teams das Ziel trägt. Ein Beispiel: Fünf Außendienstler mit je 5 Terminen im Monat schaffen 300 Termine im Jahr, bei 4 Terminen je Kopf fehlen 60.
Tabelle: Rückwärtsrechnung vom Umsatzziel zum Terminbedarf, alle Werte Annahmen
| Schritt | Rechnung | Ergebnis |
|---|---|---|
| Umsatzziel im Jahr | Annahme | 2.400.000 € |
| Durchschnittlicher Auftragswert | Annahme | 40.000 € |
| Aufträge im Jahr | 2.400.000 € ÷ 40.000 € | 60 |
| Abschlussquote aus Termin | Annahme | 20 % |
| Termine im Jahr | 60 ÷ 0,20 | 300 |
| Termine im Monat | 300 ÷ 12 | 25 |
| Termine je Außendienstler bei 5 Personen | 25 ÷ 5 | 5 im Monat |
Quelle: Annahmen der Redaktion, kein Marktwert. Ersetzen Sie die Werte durch Ihre eigenen aus dem CRM. Wichtig ist die Reihenfolge: Ziel, Aufträge, Termine, Kapazität. Die Annahme von 20 % Abschlussquote ist der empfindlichste Wert: Bei 15 % brauchen Sie 400 statt 300 Termine, bei 25 % nur 240.
Termine mit Kaufinteresse
Ihr Kalender voll mit Verkaufsterminen.
Wir übernehmen die Erstansprache, Ihr Vertrieb führt die Abschlussgespräche.
- Bei Ihnen bestätigt
- Beim Kunden bestätigt[2]
Was zeigt die Rechnung im Alltag? Ein Beispiel aus der Praxis
In einem Projekt für einen Maschinenbauer mit sechs Außendienstlern ergab die Rückwärtsrechnung 300 nötige Termine im Jahr. Im Kalender standen im Jahr davor nur 190. Die Lücke von 110 Terminen erklärte, warum das Ziel trotz guter Abschlussquote verfehlt wurde: Das Team verkaufte gut, aber es sprach zu wenige Entscheider. Die Lücke schloss ein Terminierungsprojekt, das den Außendienst von der Erstansprache entlastete.
Das ist ein einzelnes Projekt, kein Branchenwert. Es zeigt, warum die Vertriebsleitung zuerst den Trichter prüfen sollte, bevor sie Schulungen bucht. Den Weg zum Termin beschreibt die Seite Telefonakquise, die Entlastung des Außendienstes der Leitfaden Außendienst entlasten.
Wie führen Sie ein Vertriebsteam an Kennzahlen?
Führen Sie jeden Vertriebler an drei Zahlen und einem Gespräch: Termine je Woche, Abschlussquote und Alter der offenen Chancen. Im Einzelgespräch besprechen Sie nur die Chance, die am längsten liegt.
- Wöchentliches Pipeline-Gespräch von 30 Minuten, immer am selben Tag
- Je Vertriebler drei Kennzahlen im Blick, nicht zehn
- Jede Chance hat ein Datum für den nächsten Schritt
- Monatlich ein Einzelgespräch zu einer Chance, die älter ist als der Schnitt
- Vergütung (Fixum, Provision) belohnt Termine mit Entscheider, nicht nur Abschlüsse
Wie Sie Kennzahlen im Alltag erheben, zeigt der Leitfaden Akquise-Kennzahlen messen. Prüfen Sie Ihren Stand vorab mit dem Neukunden-Check.
Wann trägt die Rolle der Vertriebsleitung nicht? Grenzen und Risiken
Die Rolle trägt nicht, wenn das Team aus weniger als drei Personen besteht: Dann führt die Geschäftsführung den Vertrieb mit, und eine eigene Leitung ist Fixkosten ohne Hebel. Sie trägt auch nicht, wenn der Vertriebsleiter zugleich der beste Verkäufer ist und den größten Teil seiner Zeit selbst verkauft. Dann fehlt die Zeit für Führung, und das Team lernt nicht. In unseren Projekten sehen wir das am häufigsten bei Teams mit drei bis vier Verkäufern. Eine dritte Grenze: Führung ersetzt keinen Prozess. Ohne definierte Phasen und Kennzahlen bleibt jede Pipeline-Runde eine Meinungsrunde.
Wer die Erstansprache auslagern will, findet Entscheidungskriterien auf der Seite Vertrieb auslagern.
Termine mit Kaufinteresse
Ihr Kalender voll mit Verkaufsterminen.
Wir übernehmen die Erstansprache, Ihr Vertrieb führt die Abschlussgespräche.
- Bei Ihnen bestätigt
- Beim Kunden bestätigt[2]
Häufig gestellte Fragen
Welche Kompetenzen braucht ein Vertriebsleiter?
Zahlenverständnis für Trichter und Planung, Führung im Einzelgespräch und Kenntnis des Verkaufsprozesses. Die Zahl zählt dabei mehr als der Titel.
Was sind typische Aufgaben im Tagesgeschäft?
Pipeline-Gespräch, Einzelgespräche, Prüfung der Kennzahlen, Abstimmung mit Marketing und Geschäftsführung. Der Anteil eigener Kundentermine sinkt mit der Teamgröße.
Welche strategische Rolle hat die Vertriebsleitung?
Sie übersetzt das Umsatzziel in Termine, Aufträge und Kapazität und entscheidet, wo Sie zusätzliche Kapazität einkaufen oder ausbauen.
Worin unterscheiden sich Vertriebsleiter und Verkaufsleiter?
Die Begriffe sind in der Praxis nicht normiert. Üblich ist: Der Verkaufsleiter führt Verkäufer im Tagesgeschäft, der Vertriebsleiter verantwortet zusätzlich Strategie und Schnittstellen. Prüfen Sie die Stellenbeschreibung, nicht den Titel.
Wie planen Sie den Jahresplan im Vertrieb?
Rückwärts: Umsatzziel, Aufträge, Termine, Kapazität. Das Vorgehen zeigt der Leitfaden Vertriebsplanung und Jahresplan.
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