Inhalt12 Abschnitte
- 01Wie finden Sie heraus, wer der Entscheider ist?
- 02Wer entscheidet außer dem Entscheider mit?
- 03Wie kommen Sie am Vorzimmer vorbei?
- 04Wann erreichen Sie Entscheider am besten?
- 05Wie viele Versuche brauchen Sie je Entscheider?
- 06Was zeigte ein Fall aus der Praxis?
- 07Wie überzeugen Sie den Entscheider im ersten Gespräch?
- 08Welche Wege gibt es außer dem Telefon?
- 09Wann trägt das nicht?
- 10Woran messen Sie, ob Ihre Ansprache wirkt?
- 11Wie bereiten Sie die ersten Anrufe vor?
- 12Häufig gestellte Fragen
Kurz gesagt
Sie erreichen den Entscheider im B2B am zuverlässigsten, wenn Sie seinen Namen vorab klären, in festen Blöcken zu wechselnden Tageszeiten anrufen und dem Vorzimmer einen Anlass statt eines Produkts nennen. Planen Sie je Person mehrere Versuche ein.
Dieser Beitrag stammt von Februar 2024. Aktuelle Preise und Konditionen von KRAUSS stehen auf der Fakten-Seite und der Preisseite.
Stand: Oktober 2026.
Wie finden Sie heraus, wer der Entscheider ist?
Der Entscheider ist die Rolle, die über das Budget für Ihr Angebot entscheidet. Welche Rolle das ist, hängt vom Angebot und von der Firmengröße ab. Rufen Sie notfalls in der Zentrale an und fragen Sie nach der Person, die bei Ihnen für das Thema zuständig ist.
Tabelle: Typischer Ansprechpartner nach Angebot, Einschätzung der Redaktion
| Angebot | Typischer Entscheider | Wo Sie den Namen finden |
|---|---|---|
| Produktion, Maschinen, Technik | Werksleitung, technische Leitung | Website, Impressum, Zentrale |
| IT und Software | IT-Leitung, bei kleinen Firmen Geschäftsführung | LinkedIn, Website |
| Vertriebsdienstleistung | Vertriebsleitung, Geschäftsführung | Website, Impressum |
| Personal und Weiterbildung | Personalleitung | LinkedIn, Karriereseite |
Quelle: Praxiserfahrung der Redaktion, Stand 10/2026. Die Zuordnung ist eine Einschätzung, keine Messung.
Begriffe und Abgrenzung erklärt das Glossar unter Entscheider. Die Recherche in Schritten zeigt der Leitfaden Entscheider finden und erreichen.
Wer entscheidet außer dem Entscheider mit?
Im B2B entscheidet selten eine Person allein: Je höher die Summe, desto mehr Beteiligte reden mit. Der Entscheider gibt das Budget frei, Einflussnehmer aus Fachabteilung oder IT prüfen das Angebot, und der Gatekeeper steuert, wer überhaupt durchkommt. Fragen Sie im ersten Gespräch darum auch: "Wer außer Ihnen schaut sich das an?"
Der Entscheider achtet auf Ergebnis, Risiko und seine Zeit. Er liest kurze, klare Aussagen und lässt Werbesprache liegen. Die Rollen im Kaufgremium erklärt der Beitrag Buying Center: Rollen, Gatekeeper und Entscheider.
Termine mit Kaufinteresse
Ihr Kalender voll mit Verkaufsterminen.
Wir übernehmen die Erstansprache, Ihr Vertrieb führt die Abschlussgespräche.
- Bei Ihnen bestätigt
- Beim Kunden bestätigt[2]
Wie kommen Sie am Vorzimmer vorbei?
Nennen Sie am Vorzimmer Ihren Namen, Ihre Firma und den Anlass, und fragen Sie nach der Person mit Namen. Wer nach "der Geschäftsführung" fragt, wird abgewimmelt, wer "Frau Meier wegen der Umstellung der Lieferkette" verlangt, wird eher durchgestellt. Erfinden Sie keinen Vorwand und geben Sie sich nicht als Bekannter aus.
Sagt das Vorzimmer, die Person sei nicht da, fragen Sie nach dem besten Zeitpunkt für einen Rückruf und nach einer Durchwahl. Beides gehört zu den Aufgaben von Gatekeepern, und beides macht den nächsten Versuch kürzer. Für typische Antworten hilft der Leitfaden zum Einwand Entscheider nicht da.
Wann erreichen Sie Entscheider am besten?
Die beste Zeit gibt es nicht allgemein, sie hängt von Ihrer Zielgruppe ab. Testen Sie darum drei Zeitfenster, etwa 8 bis 9 Uhr, 11 bis 12 Uhr und 16 bis 17 Uhr, je zwei Wochen lang mit der gleichen Zahl an Versuchen. Vergleichen Sie danach die Erreichbarkeit je Fenster und nutzen Sie das stärkste für Ihre nächsten Blöcke.
Vorschläge für den Start gibt der Leitfaden Beste Anrufzeit im B2B.
Wie viele Versuche brauchen Sie je Entscheider?
Rechnen Sie mit mehreren Versuchen, denn kein Entscheider sitzt zu jeder Zeit am Platz. Die Tabelle zeigt, wie viele Entscheider Sie bei gleichbleibender Quote erreichen. Alle Zahlen sind Annahmen. Setzen Sie Ihre eigene Erreichquote ein.
Tabelle: Modellrechnung Anteil erreichter Entscheider nach Zahl der Versuche, Annahme 15 Prozent je Versuch
| Versuche je Person | Rechenweg | Anteil erreicht |
|---|---|---|
| 1 | 1 minus 0,85 | 15 % |
| 3 | 1 minus 0,85 hoch 3 | 39 % |
| 5 | 1 minus 0,85 hoch 5 | 56 % |
| 6 | 1 minus 0,85 hoch 6 | 62 % |
| 10 | 1 minus 0,85 hoch 10 | 80 % |
Quelle: Modellrechnung der Redaktion, Stand 10/2026. Sie nimmt unabhängige Versuche an, das vereinfacht die Wirklichkeit.
Bei 100 Entscheidern und höchstens 6 Versuchen sind das bis zu 600 Versuche. Mit 3 Minuten je Versuch (Annahme, inklusive Notiz) ergibt das höchstens 30 Stunden Anrufzeit, und Sie erreichen rund 62 Entscheider. Der tatsächliche Aufwand liegt niedriger, weil erreichte Entscheider keine weiteren Versuche brauchen. Die 38 übrigen lassen Sie drei Monate ruhen, statt weiter anzurufen.
Termine mit Kaufinteresse
Ihr Kalender voll mit Verkaufsterminen.
Wir übernehmen die Erstansprache, Ihr Vertrieb führt die Abschlussgespräche.
- Bei Ihnen bestätigt
- Beim Kunden bestätigt[2]
Was zeigte ein Fall aus der Praxis?
In einem Projekt für einen Anbieter von Verpackungsmaschinen stand eine Liste von 150 Betrieben. Das Team rief zwei Wochen nur die Zentrale an und fragte nach "der Produktion". Aus 410 Versuchen wurden 21 erreichte Entscheider und 4 Termine.
Danach recherchierte das Team für die nächsten 150 Betriebe jeweils Werksleiter oder Geschäftsführer mit Namen, nannte im ersten Satz einen Anlass und erfragte bei Abwesenheit einen Rückruftermin. Aus 380 Versuchen wurden 49 erreichte Entscheider und 11 Termine, 9 davon fanden statt. Die Zahl der Versuche blieb ähnlich, die Zahl der Gespräche mehr als verdoppelte sich, weil der Name den Weg durch die Zentrale kürzte.
Wie überzeugen Sie den Entscheider im ersten Gespräch?
Nennen Sie in den ersten 20 Sekunden ein Problem, das in seiner Branche bekannt ist, und fragen Sie, ob es ihn betrifft. Ziel des Anrufs ist ein Termin, kein Abschluss. Stellen Sie offene Fragen, hören Sie zu und fassen Sie seine Antwort mit eigenen Worten zusammen, bevor Sie Ihren Nutzen nennen. Der Nutzen steht in seiner Währung: Zeit, Ausfälle, Kosten je Vorgang.
Sagt er "Das entscheidet mein Chef" oder "Ich muss das intern abstimmen", bieten Sie ein Gespräch zu dritt an. Antworten zeigen die Leitfäden Entscheidung liegt beim Chef und Bedarfsanalyse im Erstgespräch.
Welche Wege gibt es außer dem Telefon?
Das Telefon liefert die schnellsten Gespräche, andere Wege ergänzen es. Prüfen Sie bei E-Mail und Direktnachrichten vor dem Start die Rechtslage, denn sie unterscheidet sich vom Anruf. Den Stand beschreibt der Wissensbeitrag Kaltakquise und Recht. Beschaffen Sie Kontaktdaten nur aus Quellen, die der Entscheider selbst veröffentlicht hat, denn private Nummern über Umwege bergen Datenschutzrisiken.
Tabelle: Wege zum Entscheider mit Stärke und Grenze, Einschätzung der Redaktion
| Weg | Stärke | Grenze |
|---|---|---|
| Anruf mit Namen | Gespräch in Wochen | braucht Liste und Anrufzeit |
| LinkedIn-Nachricht | Kontakt vor dem Anruf | Antwort selten, Aufbau dauert |
| Messe, Veranstaltung | persönlicher Kontakt | nicht planbar, teuer |
| Empfehlung | hohes Vertrauen | nicht skalierbar |
Quelle: Praxiserfahrung der Redaktion, Stand 10/2026.
Termine mit Kaufinteresse
Ihr Kalender voll mit Verkaufsterminen.
Wir übernehmen die Erstansprache, Ihr Vertrieb führt die Abschlussgespräche.
- Bei Ihnen bestätigt
- Beim Kunden bestätigt[2]
Wann trägt das nicht?
Der Weg über Name und Anlass trägt nicht, wenn die Zielgruppe zu klein ist, wenn Entscheider bewusst abgeschirmt sind oder wenn Ihr Angebot nur im Gremium entschieden wird.
- Weniger als 100 Betriebe in der Zielgruppe: Persönliche Ansprache über Netzwerk lohnt mehr als ein Anrufblock.
- Sehr große Konzerne: Die Entscheidung liegt oft bei mehreren Personen. Ein Anruf erreicht dort selten die richtige.
- Keine Zeit für Termine: Wer die Gespräche nicht führen kann, verliert die gewonnenen Interessenten wieder.
- Kein klarer Anlass: Ohne Grund für diesen Betrieb lässt auch ein bekannter Name den Anruf ins Leere laufen.
Woran messen Sie, ob Ihre Ansprache wirkt?
Messen Sie drei Quoten je Anrufblock: Erreichquote (erreichte Entscheider je Versuch), Terminquote (Termine je erreichtem Entscheider) und Quote stattgefundener Termine. Der Praxisfall oben zeigt den Unterschied. Im ersten Block lag die Erreichquote bei 5 % (21 von 410) und die Terminquote bei 19 % (4 von 21). Im zweiten Block stieg die Erreichquote auf 13 % (49 von 380) und die Terminquote auf 22 % (11 von 49).
Erst wenn eine Quote über zwei Blöcke fällt, ändern Sie dort etwas. Die Quote der stattgefundenen Termine zeigt, ob Sie die richtigen Personen erreichen. Kennzahlen und Auswertung beschreibt der Leitfaden Akquise-Kennzahlen messen.
Wie bereiten Sie die ersten Anrufe vor?
Gehen Sie vor dem ersten Anruf die Liste durch und prüfen Sie jeden Punkt.
- Name und Rolle des Entscheiders je Firma recherchiert
- Anlass je Firma in einem Satz notiert
- Drei Zeitfenster für den Test festgelegt
- Strichliste für Versuch, Ergebnis und nächsten Schritt angelegt
- Frage nach weiteren Beteiligten im Kaufgremium vorbereitet
- Höchstzahl der Versuche je Person festgelegt, danach ruhen lassen
- Rechtslage für Ihren Fall geklärt
Wer die Telefonebene und die Terminierung abgeben will, findet den Ablauf auf der Seite zur Telefonakquise. Den Rahmen beschreibt der Wissensbeitrag zur Kaltakquise.
Termine mit Kaufinteresse
Ihr Kalender voll mit Verkaufsterminen.
Wir übernehmen die Erstansprache, Ihr Vertrieb führt die Abschlussgespräche.
- Bei Ihnen bestätigt
- Beim Kunden bestätigt[2]
Häufig gestellte Fragen
Darf ich einen Entscheider im B2B kalt anrufen?
Das hängt vom Einzelfall ab und lässt sich nicht pauschal beantworten. Stand, Quellen und Grenzen stehen im Wissensbeitrag zur Rechtslage der Kaltakquise. Klären Sie Ihren Fall vor dem Start mit einer Rechtsberatung.
Was sage ich, wenn der Entscheider selbst abnimmt und keine Zeit hat?
Nennen Sie in einem Satz den Anlass und fragen Sie nach einem Zeitpunkt, an dem er zwei Minuten hat. Ein genannter Rückruftermin zählt als Erfolg, tragen Sie ihn in den Kalender ein und rufen Sie pünktlich an.
Hilft eine E-Mail vor dem Anruf?
Sie kann helfen, wenn sie kurz ist und einen konkreten Anlass nennt, denn dann erkennt der Entscheider Ihren Namen beim Anruf wieder. Ob Sie ihm schreiben dürfen, klärt die Rechtslage im Einzelfall. Verlassen Sie sich nicht auf die Antwort, rufen Sie trotzdem an.
Wann lohnt sich eine Agentur für den Erstkontakt?
Eine Agentur lohnt sich, wenn Ihr Vertrieb den festen Anrufblock nicht halten kann oder die Liste größer ist als die Anrufzeit. Dann übernimmt sie Telefonebene und Terminierung, und Ihr Vertrieb führt die Gespräche. Bei kleinen Listen unter 100 Firmen rechnet sich der Aufwand selten.
Was dokumentiere ich bei jedem Versuch?
Halten Sie Datum, Uhrzeit, Ergebnis und nächsten Schritt fest, etwa Zentrale, Vorzimmer, Entscheider nicht da oder Rückruf vereinbart. Mit diesen vier Angaben sehen Sie nach zwei Wochen, welche Zeitfenster Entscheider erreichen und welche Adressen Sie ruhen lassen.
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