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BlogVerkaufsgespräch

Value Selling im B2B: Ablauf, Beispiel und Grenzen

Johannes KraussGeschäftsführer der KRAUSS GmbH
Veröffentlicht
Aktualisiert
Lesezeit
3 Min. Lesezeit
Inhalt7 Abschnitte
  1. 01Was ist Value Selling und wann lohnt es sich?
  2. 02Wie erkennen Sie den messbaren Nutzen im Gespräch?
  3. 03Praxisbeispiel: Die Ausfallzeit als Anker
  4. 04Rechnung: Wie begründen Sie einen höheren Preis?
  5. 05Wann nicht?
  6. 06Checkliste für das Gespräch
  7. 07Häufig gestellte Fragen

Kurz gesagt

Value Selling heißt, den Preis über den messbaren Nutzen für den Kunden zu begründen. Das Angebot wird nicht über Eigenschaften verkauft, sondern über ein Ergebnis, das der Kunde in seiner eigenen Kennzahl sehen kann.

Dieser Beitrag stammt von Januar 2025. Aktuelle Preise und Konditionen von KRAUSS stehen auf der Fakten-Seite und der Preisseite.

Der Ansatz braucht Zeit im Erstgespräch und passt nicht zu jedem Kauf.

Was ist Value Selling und wann lohnt es sich?

Value Selling stellt den Gewinn oder die Ersparnis des Kunden ins Zentrum. Es lohnt sich, wenn das Angebot einen Effekt hat, den der Kunde messen kann, und wenn der Einkauf nicht nur nach dem Stückpreis entscheidet. Bei standardisierten Produkten mit festem Preis bringt der Ansatz wenig.

Der Unterschied zur Produktargumentation liegt in der Reihenfolge. Zuerst klären Sie die Kennzahl des Kunden, dann erst sprechen Sie über das Angebot.

Wie erkennen Sie den messbaren Nutzen im Gespräch?

Fragen Sie nach der Zahl, die der Kunde ohnehin beobachtet: Ausfallzeit, Kosten je Termin, Abschlussquote, Durchlaufzeit. Diese Zahl ist der Anker. Ihr Angebot muss zeigen, wie es diese Zahl verändert.

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Praxisbeispiel: Die Ausfallzeit als Anker

In einem Projekt für einen Hersteller von Großküchentechnik beschwerte sich die Betriebsleitung über Ausfallzeiten bei Wartungsterminen. Das Angebot wurde zuerst über Reaktionszeit beschrieben. Erst als der Vertrieb nach der Zahl fragte, nannte die Betriebsleitung 6 Stunden Ausfall je Monat und Standort. Das Gespräch drehte sich danach um diese sechs Stunden.

Die Zahl stammt aus einem anonymisierten Projekt. Sie zeigt den Ablauf und ist keine Zusage für Ihren Fall.

Rechnung: Wie begründen Sie einen höheren Preis?

Die folgende Rechnung nutzt Annahmen. Der Vertrieb muss sie mit dem Kunden prüfen, bevor er sie nennt.

Rechnung: Wie begründen Sie einen höheren Preis?
PositionAnnahmeErgebnis
Ausfallstunden je Monat und Standort66 Stunden
Kosten je Stunde AusfallAnnahme des KundenErgebnis je Monat
Anteil, den das Angebot verhindert50 %Ersparnis je Monat

Der höhere Preis ist gerechtfertigt, wenn die Ersparnis über dem Preisunterschied liegt. Ist das nicht der Fall, bleibt der Preis ein Argument für den Einkauf, nicht für die Fachabteilung.

Wann nicht?

Value Selling trägt nicht, wenn der Kunde den Nutzen nicht messen kann oder will. Dann wirkt die Rechnung wie eine Verkaufsmasche. Auch bei reinem Preiswettbewerb in einem Markt mit austauschbaren Angeboten hilft der Ansatz kaum.

Ein ehrlicher Einwand bleibt: Eine Rechnung mit eigenen Annahmen ist nur so gut wie die Annahmen. Wer Zahlen erfindet, verliert das Vertrauen des Kunden und riskiert eine unfaire Darstellung.

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Checkliste für das Gespräch

  • Die Kennzahl des Kunden ist benannt.
  • Der Nutzen lässt sich in dieser Kennzahl ausdrücken.
  • Die Annahmen sind offen gelegt.
  • Der Kunde kann die Zahlen korrigieren.
  • Der Preis wird erst nach dem Nutzen genannt.

Häufig gestellte Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Value Selling und Preisverhandlung?

Value Selling begründet den Preis über den Nutzen. Preisverhandlung dreht sich um den Abschlag. Wer zuerst den Nutzen klärt, verhandelt seltener über den Preis.

Wie ermittle ich den Wert für den Kunden?

Mit Fragen nach der Kennzahl, dem Ärgernis und dem Ziel. Die Antworten ergeben den Wert, den der Kunde selbst bestimmt.

Funktioniert Value Selling auch im Telefon?

Ja, im Erstgespräch. Der Nutzen muss am Telefon in einem Satz genannt werden können, die Rechnung folgt im Termin.

Wann ist der Preis kein Thema mehr?

Wenn der Nutzen klar ist und die Entscheider im Gespräch sind. Dann wird der Preis zu einer Frage der Umsetzung.

Kann Value Selling bei kleinen Unternehmen funktionieren?

Ja, wenn der Nutzen einfach zu zeigen ist. Kleine Unternehmen entscheiden oft schneller, wenn die Rechnung kurz bleibt.

Welche Rolle spielt der Nachweis?

Der Nachweis ist entscheidend. Ein Referenzkunde, eine Auswertung oder eine Pilotmessung gibt dem Kunden Sicherheit, dass die Annahmen tragen.

Wie lange dauert ein Value-Selling-Prozess?

Das hängt vom Entscheidungsweg ab. Im B2B sind mehrere Gespräche üblich. Ein fester Zeitraum wäre eine Vermutung.

Wo finde ich passende Gesprächsschritte?

Der Leitfaden zum Verkaufsgespräch zeigt die Schritte. Die Nutzenargumentation beschreibt der Leitfaden zur Nutzenargumentation.

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