Inhalt8 Abschnitte
- 01Welche Vertriebskosten gibt es? Kostenarten mit Beispielen
- 02Wie hoch ist die Vertriebskostenquote? Eine Beispielrechnung
- 03Was kostet ein Neukunde? Die Rechnung hinter der Quote
- 04Praxisbeispiel: Ein Hersteller sieht seine Neukundenkosten zum ersten Mal
- 05Wie senken Sie Vertriebskosten, ohne Umsatz zu verlieren?
- 06Wann führt die Vertriebskostenquote in die Irre?
- 07Vertriebskosten analysieren: Checkliste
- 08Häufig gestellte Fragen
Kurz gesagt
Vertriebskosten sind alle Ausgaben, die entstehen, um Produkte oder Leistungen zu verkaufen: Personal, Reisen, Provisionen, Werbung, Fracht und Software. Teilen Sie sie durch den Umsatz, erhalten Sie die Vertriebskostenquote.
Dieser Beitrag stammt von April 2024. Aktuelle Preise und Konditionen von KRAUSS stehen auf der Fakten-Seite und der Preisseite.
Im Beispiel unten liegt sie bei 13,6 Prozent, die Kosten je Neukunde bei rund 10.800 Euro.
Welche Vertriebskosten gibt es? Kostenarten mit Beispielen
Vertriebskosten teilen sich in Einzelkosten, die ein einzelner Verkauf auslöst, und Gemeinkosten, die unabhängig von der Menge anfallen. Die Zuordnung entscheidet, welche Kosten Sie über den Preis weitergeben können.
| Kostenart | Beispiele | Art |
|---|---|---|
| Personal | Gehälter Außendienst und Innendienst, Sozialabgaben | Gemeinkosten |
| Reise und Fahrzeug | Fahrzeug, Kilometer, Übernachtung | Gemeinkosten |
| Provisionen | Prozent vom Umsatz je Abschluss | Einzelkosten |
| Fracht, Verpackung, Zoll | Versand zum Kunden | Einzelkosten |
| Marketing | Messe, Anzeigen, Mailings, Website | Gemeinkosten |
| Werkzeuge | CRM, Telefonie, Lizenzen | Gemeinkosten |
| Schulung | Produkttraining, Vertriebstraining | Gemeinkosten |
| Kundendienst | Support, Wartung nach dem Kauf | meist Gemeinkosten |
Tabelle: Vertriebskosten nach Kostenart, Redaktion, Stand 10/2026. Die Zuordnung im Jahresabschluss richtet sich nach Ihrer Kostenrechnung.
Eine kurze Definition steht im Glossar unter Vertriebskosten, die Neukunden-Seite unter Akquisekosten.
Wie hoch ist die Vertriebskostenquote? Eine Beispielrechnung
Die Vertriebskostenquote ist Vertriebskosten geteilt durch Umsatz. Im Beispiel eines Mittelständlers mit 4,8 Millionen Euro Umsatz liegt sie bei 13,6 Prozent. Alle Werte sind Annahmen, setzen Sie Ihre eigenen ein.
| Posten | Rechnung | Euro im Jahr |
|---|---|---|
| Außendienst, 3 Personen | 3 mal 85.000 | 255.000 |
| Reise und Fahrzeug | 3 mal 14.000 | 42.000 |
| Innendienst, 2 Personen | 2 mal 58.000 | 116.000 |
| Provisionen | 2 Prozent von 4.800.000 | 96.000 |
| Fracht und Verpackung | 1,5 Prozent von 4.800.000 | 72.000 |
| Marketing und Messe | pauschal | 60.000 |
| CRM und Software | pauschal | 12.000 |
| Summe Vertriebskosten | 653.000 | |
| Vertriebskostenquote | 653.000 geteilt durch 4.800.000 | 13,6 Prozent |
Rechnung: Vertriebskostenquote, alle Werte als Annahme, Stand 10/2026
Die Quote sagt wenig, solange sie allein steht. Aussagekräftig wird sie im Vergleich mit dem Vorjahr, mit Ihrer Branche und nach Kunden getrennt.
Termine mit Kaufinteresse
Ihr Kalender voll mit Verkaufsterminen.
Wir übernehmen die Erstansprache, Ihr Vertrieb führt die Abschlussgespräche.
- Bei Ihnen bestätigt
- Beim Kunden bestätigt[2]
Was kostet ein Neukunde? Die Rechnung hinter der Quote
Der Neukundenanteil der Kosten geteilt durch die Zahl gewonnener Neukunden ergibt die Kosten je Neukunde. Im Beispiel setzt der Vertrieb 40 Prozent seiner Zeit für Neukunden ein und gewinnt 18 Neukunden im Jahr.
| Schritt | Rechnung | Ergebnis |
|---|---|---|
| Personal, Reise, Marketing, Software | 255.000 plus 42.000 plus 116.000 plus 60.000 plus 12.000 | 485.000 Euro |
| Anteil Neukunden (40 Prozent) | 485.000 mal 0,4 | 194.000 Euro |
| Neue Kunden | 18 | |
| Kosten je Neukunde | 194.000 geteilt durch 18 | rund 10.800 Euro |
| Jahresumsatz je Neukunde | Annahme | 24.000 Euro |
| Deckungsbeitrag (30 Prozent) | 24.000 mal 0,3 | 7.200 Euro |
| Amortisation | 10.800 geteilt durch 7.200 | 1,5 Jahre |
Rechnung: Kosten je Neukunde und Amortisation, alle Werte als Annahme, Stand 10/2026
Wie Sie die Kosten eines einzelnen Termins berechnen, zeigt der Leitfaden Kosten je Termin, die Rechnung mit Ihren Zahlen macht der Wirtschaftlichkeits-Rechner.
Praxisbeispiel: Ein Hersteller sieht seine Neukundenkosten zum ersten Mal
In einem Projekt für einen Hersteller von Industrieventilen standen alle Vertriebskosten in einem Block, 11 Prozent vom Umsatz. Erst die Aufteilung nach Neukunden und Bestand zeigte: Vier Außendienstler setzten 62 Prozent ihrer Besuche bei Bestandskunden ein, die ohnehin bestellten. Ein Neukunde kostete rund 14.200 Euro Aufwand, bei einem ersten Jahresumsatz von 21.000 Euro.
Der Hersteller verlagerte den Erstkontakt mit Neukunden in ein Telefonteam und ließ den Außendienst nur noch zu qualifizierten Terminen fahren. Nach sechs Monaten sank der Besuchsanteil bei Bestandskunden auf 41 Prozent, die Kosten je Neukunde auf rund 9.600 Euro. Die Zahlen zeigen das Muster, jede Firma muss ihre eigenen erfassen.
Wie senken Sie Vertriebskosten, ohne Umsatz zu verlieren?
Senken Sie Kosten dort, wo kein Umsatz entsteht: Fahrzeit, Besuche ohne Entscheider und Angebote ohne Budget. Kürzen Sie nicht bei Gesprächen mit Entscheidern.
- Besuche prüfen: Wie viele Besuche enden ohne Angebot? Erfassen Sie vier Wochen lang Grund und Ergebnis.
- Erstkontakt verlagern: Telefon und Video kosten je Erstkontakt einen Bruchteil eines Besuchs, siehe Außendienst entlasten.
- Provision an Marge koppeln: Eine Umsatzprovision belohnt Rabatte, eine Margenprovision nicht.
- Auslagern: Die Terminierung als variable Kosten statt feste Stellen, siehe Vertrieb auslagern entscheiden und Preise.
Termine mit Kaufinteresse
Ihr Kalender voll mit Verkaufsterminen.
Wir übernehmen die Erstansprache, Ihr Vertrieb führt die Abschlussgespräche.
- Bei Ihnen bestätigt
- Beim Kunden bestätigt[2]
Wann führt die Vertriebskostenquote in die Irre?
Die Quote täuscht, wenn Sie sie ohne Kontext vergleichen. Die Grenzen:
- Wachstum kostet: Ein Unternehmen im Aufbau hat eine hohe Quote, weil Kosten vor dem Umsatz anfallen. Eine Senkung wäre hier falsch.
- Gemischter Umsatz: Bestandskunden bestellen mit niedrigem Aufwand. Eine Quote über alles verdeckt hohe Neukundenkosten.
- Unterschiedliche Rechnung: Wer Kundendienst oder Marketing zuordnet, ändert die Quote um mehrere Punkte. Vergleiche mit Fremdwerten taugen nur bei gleicher Abgrenzung.
- Kosten einsparen, Umsatz verlieren: Wer Reisen streicht, spart sofort und verliert Aufträge erst nach Monaten.
Vertriebskosten analysieren: Checkliste
- Alle Vertriebskosten der letzten 12 Monate in einer Tabelle (Personal, Reise, Provision, Fracht, Marketing, Werkzeuge).
- Zeitanteil für Neukunden und Bestand je Mitarbeiter geschätzt, danach vier Wochen gemessen.
- Vertriebskostenquote und Kosten je Neukunde berechnet.
- Deckungsbeitrag je Neukunde und Amortisation in Monaten ergänzt.
- Die zwei größten Kostenblöcke ohne Umsatzwirkung benannt.
- Ein Hebel ausgewählt, Ausgangswert und Ziel notiert, nach drei Monaten verglichen.
Weitere Kennzahlen: Kennzahlen im Vertrieb.
Häufig gestellte Fragen
Gehören Provisionen zu den Vertriebskosten?
Ja, Provisionen zählen zu den Vertriebskosten, genauso wie Personal, Reisen und Werbung. Wichtig ist, alle Posten vollständig zu erfassen, damit die Kennzahl stimmt. Eine Liste aller Kostenarten bildet die Grundlage für jede weitere Rechnung und macht Vergleiche zwischen Jahren erst möglich.
Was sagt eine hohe Vertriebskostenquote aus?
Eine hohe Quote zeigt, dass ein großer Teil des Umsatzes im Vertrieb verbraucht wird. Ob das schlecht ist, hängt von Branche und Marge ab. Vergleichen Sie die Quote mit Ihren eigenen Werten aus früheren Jahren, bevor Sie handeln und prüfen Sie, welche Posten sie treiben.
Welche Kosten im Vertrieb prüft man zuerst?
Zuerst prüfen Sie Posten mit wenig Wirkung auf Gespräche und Abschlüsse, etwa Reisen ohne Termin und doppelte Werkzeuge. Eingriffe in Personal oder Ausstattung folgen erst danach. So sinken die Kosten, ohne dass Umsatz verloren geht und das Team sieht den Nutzen jeder Änderung.
Warum misst man die Kosten je Neukunde getrennt?
Die Kosten je Neukunde zeigen, ob ein Kanal oder ein Team wirtschaftlich arbeitet. Gesamtzahlen verdecken oft, wo der Aufwand tatsächlich hängt. Gerade bei Kanälen mit hohen Fixkosten fällt das sonst kaum auf und Entscheidungen fallen auf einer sicheren Grundlage statt aus dem Bauch.
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